Ein Punkt der Widerstandsfähigkeit
EIN NACHBERICHT ZUM REMIS BEIM 1. FC KÖLN
14.09.26 von Moritz Studer | 4 Min
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Mit einem Zähler ist der SV Werder am Samstagabend aus Köln an die Weser zurückgekehrt. Beim 1:1-Unentschieden gegen den FC legten die Grün-Weißen nach dem Seitenwechsel eine sichtliche Leistungssteigerung hin und erarbeiteten sich den Ausgleich. Der SVW überwand dabei Widerstände und meistert im Rahmen des Prozesses den nächsten Schritt. Ein Nachbericht.
Denn als die Kölner in der Anfangsphase einen frühen Strafstoß zugesprochen bekamen, drückte die Wucht des Stadions auf den SV Werder. Karl Hein lenkte den Elfmeter von Thijs Dallinga zwar mit einer sensationellen Parade um den Pfosten (8.), doch nur drei Zeigerumdrehungen später jubelten die Gastgeber trotzdem, als Linton Maina die Kugel in die Maschen beförderte (11.). „Danach kann man in Köln auch unter die Räder kommen“, sagt Cheftrainer Daniel Thioune in einer Medienrunde am Tag nach dem Spiel. „Wir haben uns davon aber gelöst und völlig verdient ausgeglichen.“
Denn schon Olivier Deman (49.), Chuki (53.) und Eren Dinkçi mit einem Lattenkracher (58.) schnupperten in einem wesentlich stärkeren zweiten Abschnitt am Ausgleich. Schließlich landete das Leder nach einem gewonnen Kopfballduell von Amos Pieper vor den Füßen von Niclas Füllkrug, der das Spielgerät im Fünfmeterraum mit einem Linksschuss über die Linie beförderte (69.). „Wenn wir über 90 Minuten gespielt hätten wie in der zweiten Halbzeit, wären wir vielleicht als Sieger vom Platz gegangen“, resümiert Thioune. „Letzte Saison haben wir uns diese Spiele aber gar nicht zurückgeholt.“
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Tatsächlich ist diese Tatsache ein Schritt nach vorne. Auch wenn in der Schlussphase der FC wieder das Kommando übernahm, die Begegnung jedoch in beide Richtungen hätte kippen können. Der SVW hielt in dieser Phase jedoch mit allem dagegen und bekam auch von der Bank die nötige Unterstützung. „Wenn ein Spieler ausgewechselt wurde, war er nicht sauer, sondern hat die gleiche Energie auf den Platz zurückgegeben“, lobt Thioune. „Auch Alex Schlager und Niklas Stark sind Faktoren, die sich mit ihrer Aufgabe identifizieren.“
Insgesamt befindet sich der SV Werder noch in einer Findungsphase. Immerhin sind einige Neuzugänge erst spät zur Gruppe gestoßen. Ludovit Reis, Rückkehrer Mitchell Weiser, Dinkçi und Füllkrug kommen alle aus Phasen mit weniger Spielpraxis. Die Grün-Weißen haben also noch durchaus viel Potential, das sie noch ausschöpfen können. „Wir brauchen phasenweise mit dem Ball noch bessere Verbindungen auf dem Platz miteinander“, sagt der Fußball-Lehrer. „Nach Freiburg hätten die Wenigsten gedacht, dass wir jetzt vier Punkte auf dem Konto haben. Wir können uns aber auf nichts ausruhen, werden in der Länderspielpause aber die Zeit zum Regenerieren nutzen und den Fokus darauflegen, besser in die Abläufe zu kommen.“ Im besten Fall holt der SVW vorher noch einen Dreier im bevorstehenden Heimspiel gegen den FC Augsburg, um dann nach zwei spielfreien Wochenenden neuen Anlauf zu nehmen.
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