Emotionale Weiser-Rückkehr: Tränen der Erleichterung

MITCHELL WEISER FEIERT EMOTIONALES BUNDESLIGA-COMEBACK

12.09.26 von Moritz Studer | 3 Min

Mitchell Weiser mit Tränen in den Augen.
Foto: nordphoto

Ein emotionaler Moment. Mitchell Weiser hat 483 Tage auf ihn warten müssen. Nach dem 1:1-Unentschieden beim 1. FC Köln stehen dem 32-Jährigen die Tränen in den Augen. Eine lange Leidenszeit mit einer intensiven Reha liegt hinter Werders Nummer 8, in der er auf diesen Tag hingearbeitet hat. Seine Bundesliga-Rückkehr in Köln schreibt die nächste Werder-Fußballromanze.

„Das war die Faust ins Auge“, scherzt Weiser angesprochen auf die geröteten Augen in der Mixed Zone, nachdem er in der Nachspielzeit einen unabsichtlichen Schlag von einem Gegenspieler ins Gesicht bekam. „Mir geht es gut, es sind nach der langen Zeit einfach die Emotionen hochgekommen.“

Die Grün-Weißen freuten sich einerseits über den einen Zähler in der Domstadt nach einem starken Comeback, andererseits aber noch etwas mehr über die emotionale Rückkehr eines ihrer Teamkollegen. Der Applaus der Gästekurve gilt dem Mittelfeldspieler, auch die Umarmung seines Trainers und zahlreicher Mitspieler fällt emotional aus. „Ich musste mitweinen“, verrät Torschütze Niclas Füllkrug. Auch Kapitän Marco Friedl erlebte „als Freund einen tollen Moment“.

Dass Weiser ausgerechnet beim 1. FC Köln sein Comeback feierte, schloss einen ganz besonderen Kreis. Mit den Geißböcken wurde er 2011 Deutscher B-Junioren-Meister und feierte ein Jahr später in eben jenem RheinEnergieSTADION sein Bundesliga-Debüt an der Seite von Klub-Legende Lukas Podolski. „Das Spiel heute hier war schon mein Ziel“, verrät Weiser mit Blick auf seinen Einsatz. „Ich habe mich echt gut gefühlt und sehr dafür in den Gesprächen mit dem Trainer gekämpft.“

Mitchell Weiser mit Marco Friedl im Arm.
Besonderer Moment auch für die Mitspieler: Kapitän Friedl freut sich für Kumpel Weiser (Foto: W.DE).

Am Seitenrand hoffte er auf seine Chance, bis er zu seiner Einwechslung gerufen wurde. Der Rheinländer erlebt wieder eine Leidenschaft, die in seinem Leben eigentlich schon immer zu ihm gehörte. „Ich habe mein ganzes Leben lang Fußball gespielt und das war für mich die längste Zeit bisher ohne“, erklärt Weiser. „Fußball bestimmt mein Leben und hat mir sehr gefehlt, dafür habe ich jeden Tag hart gearbeitet. Die zehn Minuten waren unfassbar schön für mich.“

Die erste Bundesliga-Luft nach über einem Jahr Abstinenz ist aber nur das nächste Etappenziel auf dem langen Weg zurück. Weiser ist sich bewusst, dass er noch weitere Schritte zu gehen hat. „Ich habe heute nach zehn Minuten mehr gepumpt als früher nach 90“, lächelt Weiser. „Ein großer Schritt ist gemacht, der Prozess ist aber noch nicht am Ende. Mit Blick auf die Ausdauer muss noch was dazu kommen, das geht aber nur über Einsatzzeit. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich besser sein werde als ich vorher war.“

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