Das Mädchen im Werder-Trikot

TORSCHÜTZIN ISABELLA JARON TRÄUMTE SCHON ALS KIND VOM WESERSTADION

12.09.26 von Fiona John | 3 Min

Fußballspieler in grün-weißen Trikots feiern auf dem Spielfeld voller Begeisterung und Freude ein Tor, umringt von jubelnden Mannschaftskameraden.
Foto: Nordphoto.

Isabella Jaron hat sich einen Kindheitstraum erfüllt. Die Angreiferin traf am Freitagabend vor über 26.000 Fans im Weserstadion und sorgte damit für den 1:0-Derbysieg der WERDERFRAUEN gegen den Hamburger SV. Erst kam der Knierutscher vor der jubelnden Ostkurve, dann war die ganze Mannschaft da, um diesen besonderen Moment mit Werders Nummer 11 zu feiern.

Als die Teams nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte ohne wirkliche Großchancen zur Pause in die Kabinen gingen, war noch nicht abzusehen, dass im Weserstadion nur wenige Minuten später pure Ektase herrschen würde. Doch nur fünf Zeigerumdrehungen nach Wiederanpfiff war es soweit. Luna Vanzeir hob an der Eckfahne den linken Arm und fand mit ihrer Hereingabe Isabella Jaron, die nahezu unhaltbar vollstreckte. „Es ist eine wunderschöne Ecke, ich muss kaum abspringen. Der Ball fällt genau auf meinen Kopf. Ich muss nur noch einnicken. Ich kann mich da nur bei Luna bedanken“, beschrieb die Torschützin die Situation. „Die Ecke war super geschlagen. Das war ein gutes Match, das wir so trainiert haben“, lobte auch Juliane Wirtz. „Isabella haut sich komplett rein. Sie hat sich in der Zeit, in der sie hier ist, sehr gut in die Mannschaft integriert. Ich habe mich sehr für sie gefreut.“

Eine Fußballmannschaft feiert auf dem Spielfeld, hält sich an den Händen und lächelt, im Hintergrund sind jubelnde Zuschauer und die Anzeigetafel zu sehen.
Nach dem Sieg feierten die WERDERFRAUEN ausgelassen (Foto: W.DE).

Was passiert ist, nachdem der Ball im Netz einschlug, konnte die Derbyheldin nach Abpfiff kaum in Worte fassen. „Ich habe mich umgedreht, es war unfassbar laut. Die Ostkurve war vor mir. Es war ein unfassbar geiles Gefühl“, erzählte Jaron. „Ich kann es noch gar nicht verarbeiten, das wird sicher noch ein paar Tage und Wochen dauern. Ich möchte den Moment so lange genießen, wie es geht.“ Ein Moment, von dem die gebürtige Cloppenburgerin als Kind geträumt hat. „Sie kommt hier aus der Gegend. Als Kind war sie Werder-Fan. Wir haben Bilder von ihr gesehen, wie sie als kleines Mädchen hier im Werder-Trikot ins Stadion gegangen ist“, verriet Cheftrainerin Fritzy Kromp und ergänzte: „Wir wussten, dass es ein ganz besonderer Reiz für sie ist. Sie macht es beim Tor richtig gut.“

Unzählige Male war Jaron als Kind im Weserstadion, damals noch auf Seiten der Fans. „Natürlich erträumt man sich, irgendwann selbst im Stadion auf dem Platz zu stehen. Dass der Traum Realität wird, ist wunderschön“, so die 24-Jährige, die sich nach dem Abpfiff viel Zeit für Selfies und Autogramme nahm. „Solche Fans wie wir hat nicht jeder Verein. Das macht was mit einem und holt die letzten Prozente raus“, gab sich die Stürmerin dankbar. „Früher war das immer etwas Besonderes, Autogramme zu bekommen. Das jetzt den kleinen Mädels weiterzugeben, ist ein schönes Gefühl.“ Momente, die Jaron wohl nie vergessen wird.

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