"Es liegt eine gewisse Brisanz in der Luft"
FRITZY KROMP UND DOMINIK KUPILAS AUF DER PRESSEKONFERENZ VOR DEM NORDDERBY GEGEN DEN HSV
10.09.26 von Noah Kerndt | 4 Min
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Nordderby-Time! Am Freitag, 11.09.2026, um 18.30 Uhr, empfangen die WERDERFRAUEN den Hamburger SV im Weserstadion. Vor dem Highlightspiel beantworteten Cheftrainerin Friederike 'Fritzy' Kromp und Leiter Frauenfußball und Internationalisierung Dominik Kupilas auf der Pressekonferenz die Fragen der Journalist*innen.
Cheftrainerin Fritzy Kromp über...
...die Vorfreude: „Wir freuen uns alle riesig. Die Vorfreude wird von Stunde zu Stunde größer. Es gibt einige Spielerinnen, die sagen, dass das Nordderby letztes Jahr das größte Spiel in ihrem Leben war. Als Trainerin kann ich dasselbe von mir behaupten. Noch nie zuvor habe ich ein Spiel vor so einer Kulisse coachen dürfen. Wir können kaum abwarten, dass es endlich losgeht.“
...den Saisonstart: „In Mainz waren wir nicht ganz zufrieden, haben aber am Ende trotzdem verdient gewonnen. Mit dem ersten Heimspiel gegen Leipzig können wir sehr zufrieden sein, da sind uns viele Dinge schon herausragend gelungen. In Wolfsburg haben wir zuletzt lehrreiche Minuten erlebt und sind ohne Punkte nach Hause gefahren. Trotzdem können wir von einem guten bis sehr guten Saisonstart sprechen.“
...die vielen Neuzugänge: „Es war eine große, aber auch berechtigte Hoffnung, dass unsere Neuzugänge so einschlagen. Die neuen Spielerinnen wollten sich sofort zeigen, manchmal ist es aber auch Glückssache, wie schnell die Spielerinnen sich einfinden und wohlfühlen. Wir haben uns im Sommer im Detail mit dem Markt beschäftigt und hatten sehr schnell einen guten Mix und gute Connections im Team. Man freut sich dann natürlich, wenn der Plan so schnell aufgeht.“
...die Brisanz der Paarung und die Kulisse: „Es liegt eine gewisse Brisanz in der Luft. Es ist das Derby hier, Werder gegen den HSV steht im Norden über allem. Die meisten Spielerinnen kennen so eine Atmosphäre nicht und wissen noch gar nicht, was da auf sie zukommt. Auch wir im Trainerteam haben Themen, die wir so von unseren Spielen nicht kennen. Sich bei der Kulisse zu verständigen, ist gar nicht so einfach.“
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...Besonderheiten vor dem Spiel: „Es sind besondere Umstände, die es herausfordernd machen, unsere Leistung auf den Platz zu bringen und alles abzurufen, weil es nicht alltäglich ist. Ich hoffe, dass wir das schnell abschütteln, die Energie der Fans mitnehmen und schnell in unser Spiel finden können.“
...den Abgang und die Verabschiedung von Lina Hausicke: „Ich bin nicht überrascht gewesen, weil das Interesse bekannt war und die Gespräche schon einige Wochen liefen. Trotzdem ist es ein Einschnitt und unfassbar schade und traurig, weil Lina unsere Kapitänin und eine sehr wichtige Spielerin für uns war. Ich freue mich, dass sie morgen da sein kann, und hoffe, dass sie einen schönen Abschied hat. Sie war immer unsere Leistungsträgerin und unangefochtene Stammspielerin.“
...den Gegner: „Der HSV hat gute Arbeit auf dem Transfermarkt geleistet und sich sowohl letzten Winter als auch jetzt im Sommer gut verstärkt und breit aufgestellt. Trotzdem sind sie in den letzten Wochen sicherlich hinter ihren Erwartungen geblieben. Wir sind gewarnt und wissen, dass sie sehr scharf in dieses Spiel reingehen werden, um den Turnaround zu schaffen. Man kann sagen, dass wir als Favorit ins Spiel gehen, das sehe ich als Anerkennung. Wir wollen unser Spiel aufziehen, den Flow mitnehmen und dieser Rolle gerecht werden.“
...den klaren Sieg im letzten Testspiel der Sommervorbereitung: „Man muss das Ergebnis ein wenig relativieren, weil es nach 90 Minuten 3:1 stand und erst nach 120 Minuten 5:1. Trotzdem war es ein klarer und dominant geführter Sieg für uns.“
Dominik Kupilas, Leiter Frauenfußball & Internationalisierung, über...
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...das Nordderby: „Das Schöne an den Spielen ist, dass es jedes Mal aufs Neue darum geht, wer die Nummer 1 im Norden ist. Der HSV investiert viel in den Frauenfußball. Von der Infrastruktur ist das eine Mannschaft, die mittel- bis langfristig eine große Rolle in der Bundesliga spielen kann. Trotzdem wollen wir natürlich die Nase weiter vorn behalten.“
...das Highlightspiel: „Ein Nordderby ist immer ein ganz besonderes Spiel. Wir wollen den Frauenfußball dahin entwickeln, dass solche Highlightspiele in Zukunft keine Ausnahme mehr, sondern die Regel sind. Wir verfolgen mit so einem Spiel keine kurzfristigen wirtschaftlichen Ziele, wir wollen langfristig und nachhaltig etwas aufbauen und entwickeln.“
...den Abgang von Lina Hausicke: „Der Transfermarkt im Frauenfußball ist dynamischer geworden. Dass er bis zum letzten Tag geht, wird zukünftig regelmäßiger vorkommen. Beim Transfer von Lina Hausicke konnten wir einen für uns außergewöhnlichen wirtschaftlichen Erlös erzielen.“
...die Ausrichtung der WERDERFRAUEN: „Das Wachstum und die Entwicklung hier im Frauenfußball sind sehr rasant vorangeschritten. Wir sehen hier bei Werder Bremen nach wie vor sehr großes Potenzial im Frauenfußball und möchten weiterhin zu den Vorreitern gehören. Das ist ein Standing, das wir uns in den letzten Jahren erarbeitet haben. Nächstes Jahr feiern wir 20 Jahre Frauenfußball bei Werder. So ein Stadionspiel ist ein positiver Belastungstest für das Marktpotenzial des Frauenfußballs.“
...die Zuschauer*innenzahl: „Man darf nicht den Fehler begehen zu denken, dass automatisch so viele Leute kommen wie im letzten Jahr. Die Anstoßzeit spielt eine Rolle und im Gegensatz zum Vorjahr ist keine Länderspielpause. Die Zuschauerzahl ist ein totaler Erfolg.“
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