Zu später Anschluss: Werder unterliegt eiskalten Leipzigern

DER SPIELBERICHT ZUM HEIMSPIEL GEGEN RB LEIPZIG

04.04.26 von Moritz Studer | 5 Min

Justin Njinmah holt zum Schuss aus, Orban neben ihm.

Keine Punkte am Osterwochenende! Der SV hat sich vor 40.000 Zuschauer*innen im Weserstadion RB Leipzig mit 1:2 (0:1) geschlagen geben müssen. Insbesondere in einer Druckphase vor dem Pausenpfiff, verpassten es die Grün-Weißen, ihre Möglichkeiten entscheidend auf die Ergebnistafel zu bringen. Der Anschlusstreffer durch Salim Musah fiel letztlich zu spät (90.+4). Der Spielbericht.

HALBZEIT 1Nusa findet die Lücke, Werder drückt vor der Pause

Werder-Cheftrainer Thioune überraschte schon mit seiner Aufstellung, weil Pieper nach über zwei Monaten sein Comeback feierte. Der Innenverteidiger stand am Donnerstagvormittag noch auf der Ausfallliste auf der Vorspiel-Pressekonferenz, zählte im Vergleich zum 1:0-Erfolg beim VfL Wolfsburg gemeinsam mit Lynen und Agu nun aber doch zu den Startelfrückkehrern. Die Grün-Weißen liefen anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Spieltags für Inklusion mit dem Sondertrikot "Vielfalt" auf - die Matchworn-Shirts stehen seit Spielbeginn zur Auktion.

Auf dem Platz sicherten sich die Leipziger zunächst den Ballbesitzvorteil, den ersten Hochkaräter spielten sich aber doch die Werderaner. Schmid setzte Njinmah mit einem Außenrist-Pass in Szene und bekam das Leder im Strafraum zurück. Den Abschluss des Österreichers aus zentraler Position parierte Torhüter Vandevoordt jedoch (14.). Im direkten Gegenzug schlugen die Gäste mit ihrer ersten Möglichkeit eiskalt zu. Ein abgeblockter Romulo-Schuss landete vor den Füßen von Nusa, der das Leder an mehreren Abwehrbeinen vorbei im kurzen Eck unterbrachte (15.).

In der Folge verlagerten die Sachsen ihr Spiel darauf, sich tiefer fallen zu lassen und ihr Tempo über Umschaltmomente auszuspielen. Die Grün-Weißen brauchten eine Weile, bis sie die nun gewonnene Feldüberlegenheit in Torgefahr ummünzten. Nach einer geduldigen Ballstafette bekam Vandevoort eine Schmid-Flanke mit einer Hand aus der Gefahrenzone gelenkt (33.), nur eine Zeigerumdrehung später verschaffte sich Puertas mit einer Pirouette den entscheidenden Freiraum – sein Linksschuss zog aber einen Meter am Ziel vorbei (34.).

Werders Nummer 18 war es auch, der Teamkollege Schmid in Szene setzte. Der Mittelfeldspieler visierte das kurze Eck an, in dem Vandevoort aufmerksam das Spielgerät um den Pfosten lenkte (37.). Weil auch Lynens Abschluss von der Strafraumkante zu unplatziert blieb (41.) und ein weiterer Puertas-Versuch von Lukeba geblockt wurde (43.), ging es trotz des Chancenplus mit einem Rückstand in die Kabine.

Cameron Puertas zieht mit links ab, Lukeba probiert das zu verhindern.
Aktivposten Puertas zieht ab, verfehlt aber knapp das Ziel (Foto: nordphoto).

HALBZEIT 2Romulo legt nach, Musah verkürzt zu spät

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich der Champions-League-Anwärter einmal mehr kaltschnäuziger. Agu verhakte sich im Zweikampf mit Baumgartner, wodurch die Kugel bei Romulo landete. Die Sturmspitze beförderte das Leder mühelos mit der Innenseite unhaltbar ins lange Eck (52.). Die Thioune-Elf war um eine Antwort bemüht, doch Njinmah setzte seinen Linksschuss aus spitzem Winkel nach einem Steckpass von Schmid einen halben Meter über den Kasten (60.).

Insgesamt taten sich die Werderaner aber schwerer, in die Abschlusspositionen von noch vor dem Seitenwechsel zu finden. In der Schlussphase ging Coach Thioune dann All-In und brachte mit Musah und Milošević eine Doppelspitze ins Spiel (76.). Gleichzeitig bot das natürlich den Leipzigern mehr Räume, um die Begegnung zu entscheiden. Diomande steuerte alleine auf Backhaus zu, setzte seinen Heber aber hauchzart am Pfosten vorbei (81.).

Dadurch blieb Werder in der Partie, bestrafte die Nachlässigkeit der Gäste aber zunächst nicht. Joker Musah scheiterte nach einer starken Drehung erst an Vandevoort, legte die Kugel dann hauchzart am Tor vorbei (90.+3). Letztlich glückte dem 20-Jährigen doch noch sein erster Bundesliga-Treffer nach Zuspiel von Milošević (90.+4) - die Zeit reichte aber nicht mehr, um noch den Ausgleich zu erzielen. Der SVW begibt sich nun in eine lange Trainingswoche, bevor Werder am Sonntag, 12.04.2026, um 15.30 Uhr beim direkten Konkurrenten 1. FC Köln zu Gast ist.

Musah dreht sich um seinen Gegenspieler und zieht ab.
Joker Musah scheitert nach starker Drehung an Vandevoordt (Foto: WERDER.DE).

Statistik

SV Werder: Backhaus - Agu (61. Mbangula), Pieper (49. Čović), Friedl, Deman - Lynen - Grüll (61. Sugawara), Bittencourt (76. Milošević), Puertas, Schmid - Njinmah (76. Musah)

RB Leipzig: Vandevoort – Baku, Orban, Lukeba (56. Banzuzi), Raum – Schlager, Seiwald, Baumgartner (86. Ouédraogo)– Diomande (86. Henrichs), Romulo (78. Harder), Nusa (78. Gomis)

Tore: 0:1 Nusa (15.), 0:2 (52.) Romulo, 1:2 Musah (90.+4)

Gelbe Karten: Puertas (5. Gelbe Karte), Friedl/ Gomis

Schiedsrichter: Robert Hartmann

Zuschauer: 40.000

Weitere News