„Einer, den ich nicht vorbeischießen konnte“

FÜR LINA HAUSICKE SCHLIESST SICH MIT DEM TOR GEGEN ESSEN EIN KREIS

31.03.26 von Fiona John | 3 Min

Lina Hausicke im weißen Trikot und grüner Hose lacht. Larissa Mühlhaus hat einen Arm um ihren Hals gelegt.

890 Tage. So lange musste sich Lina Hausicke gedulden, bis sie wieder für die WERDERFRAUEN jubeln durfte. Dazwischen: Ein Kreuzbandriss, der die Kapitänin knapp ein Jahr zur Pause zwang. Die 28-Jährige kehrte nach ihrem gelungenen Comeback zwar schnell zu alter Form zurück und bewies ihren Stellenwert im Team – nur vor dem Tor wollte es in den letzten 25 Partien nicht klappen. Bis zum vergangen Sonntag, als Hausicke beim 2:1-Sieg der Grün-Weißen gegen die SGS Essen den Ball per Kopf über die Linie drückte. Ein Treffer, der einige Parallelen mit sich bringt und einen Kreis schließt.

Es lief die 62. Spielminute am Sonntagnachmittag auf Platz 11, als Maja Sternad eine butterweiche Flanke von der rechten Seite an den Fünfmeterraum schlug, wo Lina Hausicke hochstieg und unbedrängt einköpfte. Auf einen eher verhaltenen Jubel der Kapitänin, die ein strahlendes Grinsen auf dem Gesicht hatte, folgte viel Freude bei ihren Mitspielerinnen, die alle zum Gratulieren kamen. „Es ist ein besonderes Tor und es ist schön, dass sich die Mannschaft so mit mir gefreut hat“, resümierte Werders Nummer 18 im Nachgang. Besonders, weil sie das erste Mal nach ihrem Kreuzbandriss traf.

Lina Hausicke im weißen Trikot und weißer Hose lacht. Sie umarmt eine andere Spielerin.
Gleiche Freude, gleiche Protagonistin: Lina Hausicke jubelte nicht zum ersten Mal gegen Essen (Foto: W.DE).

Zwar gelangen der Mittelfeldspielerin seitdem schon einige Treffer in der täglichen Arbeit auf dem Platz, im Pflichtspiel blieb ihr ein Tor aber lange verwehrt. „Ich habe es oft im Training gehört, dass sie lange nicht mehr getroffen hat. Umso schöner, dass sie endlich wieder trifft. Im Training macht sie es täglich“, freute sich auch Trainerin Fritzy Kromp für ihren Schützling. „Maja hat mir einen aufgelegt, den ich nicht vorbeischießen kann“, erklärte Hausicke schmunzelnd nach ihrem Kopfball. „Ich freue mich sehr, aber noch mehr über den Sieg und dass wir auf Platz 11 weiter ungeschlagen sind.“

Mit dem Tor endet für Werders Kapitänin nicht nur eine lange Zeit des Wartens, für sie schließt sich auch ein Kreis. Denn ihren letzten Treffer – Ende Oktober 2023 – erzielte sie ausgerechnet gegen die SGS Essen. Doch das ist nicht die einzige Parallele: Genau wie an diesem Sonntag wurde auch damals die Flanke von der rechten Seite ins Zentrum geschlagen, wo Hausicke am Fünfer stand und vollstreckte.

 

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