„Der Kopf wird müde, wenn man den ganzen Tag auf die Tabelle schaut“

JENS STAGE IN DER MIXED ZONE

31.03.26 von Fiona John | 4 Min

Jens Stage sitzt im grünen Shirt vor einer Sponsorenwand und spricht in ein Mikrofon. Vor ihm steht ein Tablet, worauf in schwarz das hummel-Logo auf weißem Grund zu sehen ist.

Gesundheitlich leicht angeschlagen verpasste Jens Stage den Trainingsauftakt des SV Werder vor dem Heimspiel gegen RB Leipzig - genauso wie das letzte Duell in Wolfsburg, dass er gelbgesperrt vom Sofa aus verfolgen musste. Wie schwer ihm das fiel und wie er auf die aktuelle Phase der Grün-Weißen blickt, verriet der Mittelfeldspieler in der Mixed Zone. Jens Stage über…

…seinen Trainingsausfall: „Der Doktor hat heute seinen Daumen gesenkt. Am Wochenende war ich nicht ganz fit. Heute geht es mir schon besser. Ich wollte gerne trainieren. Ich glaube nicht, dass es ein Thema fürs Wochenende wird.“

…das verpasste Spiel in Wolfsburg: „Meine Familie hat es 20 Minuten mit mir ausgehalten, dann mussten sie weg. Normalerweise bin ich zuhause ganz ruhig, in so einem Spiel bin ich aber nicht der beste Ehemann. Es war nicht schön zuzuschauen. Das ganze Spiel war eng und konnte in jeder Situation kippen. In der ersten Halbzeit haben wir nicht den besten Fußball gesehen, aber eine Mannschaft, die zusammengehalten hat. Wir haben aber eine Situation genutzt und das Tor gemacht. Das einzig Wichtige sind die drei Punkte.“

…die aktuelle Art des Fußballs: „Schöner Fußball ist niemals wichtig. Punkte sind wichtig. Und die drei Punkte in Wolfsburg sind richtig wichtig. Die Jungs haben gute Arbeit gemacht. Der schöne Fußball kommt an zweiter Stelle.“

…seine schlechteste Saison mit dem SVW: „Zwölf Spiele ohne Sieg ist die längste Sieglos-Periode, seitdem ich hier bin. Aber ich will kein Fazit in Woche 27 ziehen. Ihr könnt mich nach dem letzten Spiel fragen, ob es die beste oder schlechteste Saison war. Mein Gefühl ist gut. Wir haben letzte Woche drei Punkte in Wolfsburg geholt. Darauf bin ich stolz und ich denke, dass wir auch am Wochenende punkten können.“

…den Blick auf die Tabelle: „Ich schaue nicht so viel auf die Tabelle. Ich schaue auf das nächste Spiel – das ist wichtiger. Ich kann nicht beeinflussen, was die anderen Mannschaften machen. Du musst den Fokus auf dich richten und die Ergebnisse holen. Es ist egal, wo wir nach 27 Spielen stehen und auch in drei Wochen ist es noch egal. Jedes Wochenende kann so viel passieren. Der Kopf wird müde, wenn man den ganzen Tag auf die Tabelle schaut. Der Fokus liegt nur auf drei Punkten gegen Leipzig. Und danach auf Köln.“

Jens Stage im weißen Trikot schreit und streckt eine Faust in die Luft.
Nach seiner Gelbsperre darf Stage gegen Leipzig wieder mitwirken (Foto: W.DE).

…Big-Points gegen Top-Teams: „Bayern ist eine Kategorie für sich, aber alle Mannschaften in dieser Liga sind schwer zu schlagen. Natürlich gibt es Mannschaften, die weiter oben in der Tabelle stehen. Aber wir gehen mit den gleichen Prinzipien und der gleichen Energie auf den Platz - egal, ob es Wolfsburg oder Leipzig ist. Wir haben auch am Wochenende die Chance auf drei Punkte und müssen alles dafür tun.“

…Veränderungen unter Daniel Thioune: „Der erste wichtige Sieg war gegen Heidenheim. Da bekommst du Selbstvertrauen zurück. In vielen Spielen waren wir drin, haben aber nichts mitgenommen. In solchen Spielen musst du nicht besser als der Gegner sein, sondern die richtige Situation nutzen, um die Tore zu schießen und die Punkte mitzunehmen. Das kommt über das Selbstvertrauen. Danach musst du dich auf die Basics konzentrieren. Dass wir als Gruppe zusammenstehen, ist der wichtigste Punkt.“

…Kontakt zu Ex-Coach Ole Werner: „Ich habe keinen Kontakt mehr mit ihm. Kurz nach seinem Abgang habe ich mich bei ihm bedankt und ihm alles Gute gewünscht. Es war eine gute Zeit, ich habe von ihm viel über Fußball und die Bundesliga gelernt. Ich sehe ihn als Top-Trainer. Ich wünsche ihm alles Gute und viel Glück – außer am Samstag.“

…die Rückkehr von Victor Boniface: „Ich habe ihn noch nicht gesehen. Ich hoffe, dass er mit guter Laune kommt, schnell fit wird und uns auf dem Platz helfen kann. Er hat vielleicht das größte Potenzial im Kader. Er ist ein richtig guter Fußballer und in der Kabine beliebt. Er ist ein cooler Typ. Wir brauchen gute Fußballer.“

…die mögliche WM-Qualifikation Dänemarks: „Ich hoffe, die Jungs schaffen es gegen Tschechien. Aber es wird nicht einfach. So wie gegen Wolfsburg werde ich auf dem Sofa sitzen und wie alle anderen Dänen hoffen, dass wir zur WM fahren. Ich habe mit der Nationalmannschaft natürlich nicht so viel zu tun, aber ich drücke den Jungs trotzdem die Daumen.“

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