„Bonusspiele haben wir nicht mehr“

JUSTIN NJINMAH IM INTERVIEW VOR DEM HEIMSPIEL GEGEN RB LEIPZIG

01.04.26 von Moritz Studer | 4 Min

Justin Njinmah mit Ball am Fuß.

Das fünfte Saisontor in Wolfsburg dürfte Justin Njinmah ein wenig Rückenwind verleihen. Auf dem Papier könnte der schnelle Angreifer im Heimspiel gegen RB Leipzig eine Schlüsselrolle einnehmen. Im WERDER.DE-Interview spricht der 25-Jährige über den gemeinsamen Weg mit Ex-Coach Ole Werner, seinen schönsten Treffer mit dem linken Fuß und den Wert der Begegnung gegen die Leipziger.

WERDER.DE: Moin Justin, für einen Stürmer sind Tore das Wichtigste. Was bedeutet es dir, in der Bundesliga zu treffen?  

Justin Njinmah: Es bedeutet mir grundsätzlich viel. Es ist das, was mir persönlich am meisten Spaß macht. Es löst eine Freude in dir aus, die du gar nicht beschreiben kannst.

WERDER.DE: Dein Tor in Wolfsburg war sehr emotional. Erinnerst du dich gerne daran zurück, um da positive Energie rauszuziehen?

Justin Njinmah: Ja, klar. Es war an dem Tag geil und am nächsten Tag auch noch. Es ist jetzt aber nicht so super präsent, dass ich jeden Tag daran denke.

WERDER.DE: Du hast zuletzt von einer schwierigen Phase für dich berichtet, hast mit deinen fünf Saisontoren aber nur eines weniger als in deiner besten Bundesliga-Spielzeit erzielt. Warst du vielleicht auch zu selbstkritisch mit dir?

Justin Njinmah: In der ersten Saison hatten die Leute und ich auch vielleicht noch nicht so eine hohe Erwartung. Jetzt habe ich fünf Tore erzielt und mein Ziel ist es definitiv, noch ein paar draufzupacken. Das wäre toll für mich und noch besser, wenn ich dem Team damit helfen kann. Es wurde aber auch viel berichtet, weil jeder weiß, dass es noch mehr hätten sein können.

WERDER.DE: Du hast auch viel darüber sprechen müssen, dass du mit deinem linken Fuß getroffen hast. Das ist dir gegen unseren nächsten Gegner Leipzig noch etwas ansehnlicher gelungen...

Justin Njinmah: …ja, deutlich ansehnlicher (schmunzelt).

WERDER.DE: Wie blickst du auf das Tor zurück?

Justin Njinmah: Ich habe das Spiel generell in sehr guter Erinnerung, weil wir eine gute Leistung gezeigt haben. Es war das letzte Spiel vor der Winterpause, wo wir mit dem schönen Tor zurückgekommen sind.

WERDER.DE: Ist der Abschluss mit dem schwächeren Fuß eine Qualität, die du dir vornimmst, noch häufiger einzusetzen?

Justin Njinmah: Ja, definitiv. Ich muss manchmal einfach schießen. Ich hatte jetzt oftmals die Situation, in der ich allein auf den Torwart zulaufe. Jeder Stürmer kennt das: Wenn du dann ein, zwei Mal nicht triffst, dann fängt der Kopf an zu rattern. Vielleicht ist es dann nicht das Richtige, zu genau zu zielen, sondern einfach abzuschließen.

Justin Njinmah sitzt mit verschränkten Armen im Interview.
Njinmah verbindet mit Ex-Trainer Werner einen gemeinsamen Weg (Foto: W.DE).

WERDER.DE: Deinen Durchbruch in den Bundesliga-Fußball hast du unter Ole Werner geschafft, der nun mit Leipzig im Weserstadion zu Gast ist. Welche Rolle hat er in deiner Entwicklung gespielt?

Justin Njinmah: Ole und ich kennen uns schon seitdem ich 17 oder 18 Jahre alt war – später habe ich in der U23 unter ihm gespielt. Unsere Wege haben sich dann hier wieder gekreuzt und ich habe unter ihm definitiv in der Bundesliga Fuß fassen dürfen. Er hat mir in einigen Phasen Vertrauen geschenkt. Es wurde mal geschrieben, dass ich Probleme mit ihm hatte – das ist absoluter Humbug. Ich schätze ihn als Trainer sehr und habe unter ihm meine ersten Schritte gemacht.

WERDER.DE: Ole kennt euch als Mannschaft bestens, ihr aber auch seine Idee Fußball zu spielen und die Art seiner Ansprache. Ist es möglich, aus diesem vertrauten Verhältnis Schlüsse für die bevorstehende Begegnung zu ziehen?

Justin Njinmah: Nein. Es wäre auch Quatsch, wenn ich sagen würde, dass das ein Vorteil für uns ist. Ole ist der gleiche Trainer, der nun aber andere Spieler und eine andere Spielidee hat. Deswegen ist es für uns von der Herangehensweise ein Spiel wie jedes andere auch – für ihn ist es vielleicht besonders, wenn er hierher zurückkommt.

WERDER.DE: Weil Leipzig vom eigenen Selbstverständnis mehr Spielkontrolle übernehmen wird, kann gegen diesen Gegner dein Tempo wieder eine größere Waffe sein, als es noch in Wolfsburg der Fall war. Freust du dich auf Spiele, in denen du mehr Platz hast, um Fahrt aufzunehmen?

Justin Njinmah: Auf dem Papier definitiv. Es ist aber zu leicht gesagt, dass ich gegen Leipzig in 1.000 Sprintsituationen komme, denn das ist von Spiel zu Spiel auch vom Verlauf abhängig. Tendenziell ist es aber so, dass mir Spiele gegen Mannschaften, die den Ball haben wollen, liegen.

WERDER.DE: Bevor wieder zwei direkte Duelle im Kampf um den Klassenerhalt anstehen, ist mit Leipzig ein Champions-League-Anwärter im Weserstadion zu Gast. Wie groß ist die Chance, mit einem Erfolg sich selbst ein wenig den Druck für die nächsten Wochen zu nehmen?

Justin Njinmah: Definitiv ist eine Chance da. Bonusspiele haben wir aber nicht mehr, weil wir in jedem Spiel punkten müssen. Wenn wir gegen Leipzig gewinnen, wollen wir weitermachen. Wir sind davon überzeugt, dass uns das gelingen kann.

WERDER.DE: Davon sind wir auch überzeugt. Viel Erfolg am Samstag!

Weitere News