„Ich habe nur noch grün-weiß gesehen“
EREN DINKÇI ÜBER SEIN ERSTES TOR IM WESERSTADION
09.09.26 von Noah Kerndt | 5 Min
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Eren Dinkçi ist zurück bei Werder, zurück zu Hause. Beim 3:1-Heimsieg gegen Leipzig feierte der 24-Jährige sein Startelf-Comeback mit der Werder-Raute auf der Brust und erfüllte sich einen Lebenstraum: Der gebürtige Bremer erzielte sein erstes Tor für Werder Bremen im Weserstadion.
Das Nebelhorn ertönt, Eren Dinkçi dreht zum Jubel ab - ein Traum wird wahr. Nach einem hohen Ballgewinn im Angriffspressing steckt Chuki den Ball perfekt auf Dinkçi durch, der plötzlich frei auf den gegnerischen Torhüter zuläuft und den Ball eiskalt zum 1:0 versenkt. Im 23. Heimspiel für Werder, ist es sein erstes Tor im Weserstadion. „Ich konnte es gar nicht realisieren, ich habe alles nur noch grün-weiß gesehen“, erinnert sich der Heimkehrer am Ort des Geschehens zurück. „Du siehst die ganzen Fans, die sich freuen, das war schon sehr emotional und ein richtiger Gänsehautmoment für mich, weil ich so lange auf ihn gewartet habe.“
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Zum jubeln drehte Dinkçi in Richtung Auswärtsblock ab. „Dass der Gästeblock jetzt hier ist, ist für mich neu“, scherzt der gebürtige Bremer, der nach drei Jahren zurück bei seinem Heimatverein ist. Beim Feiern seines Treffers formt der Flügelspieler ein Herz mit seinen Fingern. Ein Torjubel, „den ich mittlerweile schon seit Jahren für meine Frau mache.“ Dinkçi und seine an Leukämie erkrankte Frau Cinja kommen beide aus Bremen. Aufgrund der privaten Situation war es ein Wunsch von beiden wieder näher an ihrer Heimat zu sein. Mit dem Wechsel vom SC Freiburg zurück zu Werder hat dies nun geklappt. Nur vier Minuten nach seiner Rückkehr ins Wohnzimmer, konnte Dinkçi Cinja seinen Jubel nun ein erstes Mal im Weserstadion widmen. Mehr Fußballromantik geht gar nicht, oder? „Ja, es war schon sehr, sehr schön“, strahlt der Heimkehrer.
2019 kam Eren Dinkçi vom SC Borgfeld zur U19 von Werder, wo er eine bärenstarke Saison spielte, in der er in 20 Einsätzen auf 22 Tore und 12 Vorlagen kam. Nachdem Dinkçi anschließend mit 11 Torbeteiligungen in 10 Spielen auch bei der U23 in der Regionalliga Nord nicht aufzuhalten war, debütierte er am 19. Dezember 2020 beim Auswärtsspiel in Mainz bei den Profis. Mit seiner ersten Ballberührung in der Bundesliga, köpfte der Angreifer den SVW zum vielumjubelten 1:0-Auswärtssieg. „Dass das mittlerweile fast sechs Jahre her ist, schockiert mich ein bisschen“, meint Dinkçi.
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Es folgten der Ab- und Wiederaufstieg mit Werder, eine Leihe zum 1. FC Heidenheim und dann der feste Wechsel zum SC Freiburg. Nach eineinhalb Jahren im Breisgau folgte im vergangenen Winter eine weitere Leihe nach Heidenheim und jetzt der Wechsel zurück nach Hause. „In den Jahren sind viele, viele Dinge passiert. Ich bin als Mensch gereift, erwachsener geworden und fußballerisch bin ich mittlerweile ein komplett anderer Spieler“, resümiert Dinkçi, der die erste Leihe an die Brenz als „den wichtigsten Schritt meiner Karriere“ bezeichnete. „Ich hatte mit Frank Schmidt wirklich einen Trainer, der voll und ganz an mich geglaubt hat. Er hat mich damals so ein bisschen aus dem Loch geholt“, adelt Dinkçi das Heidenheimer Trainer-Urgestein.
Doch jetzt ist Werders Nummer 18 überglücklich, mit seiner Frau zurück bei Werder und in Bremen zu sein: „Natürlich habe ich es auch für sie gemacht, aber es war auch ein großer Wunsch von mir, wieder zurückzukommen! Ich freue mich auf das ganze Jahr. Dass wir wieder näher bei der Familie sind, wird uns guttun.“ Richtig verarbeitet hat der 24-Jährige seine Rückkehr an den Osterdeich jedoch noch nicht. „Nach so einer langen Zeit wieder zurück zu Hause zu sein, ist für mich sehr, sehr schön! Dass ich wieder für Werder spiele und in Bremen wohne, habe ich aber tatsächlich noch nicht richtig realisiert. Viele meiner Freunde denken glaube ich auch noch, dass ich 700 Kilometer entfernt wohne“, schmunzelt Dinkçi. „Aber ich glaube, das kommt mit der Zeit.“
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Knapp sechs Jahre nach seinem ersten Werder-Treffer konnte sich Dinkçi nun mit seinem ersten Heimtor einen Lebenstraum erfüllen. Fehlt nur noch ein Tor vor der Ostkurve, oder? „Oh ja. Das ist das nächste Ziel!“
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