"Möglichst schnell 40 Punkte einsammeln"

DANIEL THIOUNE AUF DER PRESSEKONFERENZ VOR DEM AUSWÄRTSSPIEL BEIM SC FREIBURG

28.08.26 von Tom Ole Theilken | 3 Min

Daniel Thioune am Mikro bei der Pressekonferenz.

Die Punktejagd beginnt. Der SV Werder Bremen gastiert an diesem Sonntag, 30.08.2026, 15.30 Uhr, am 1. Spieltag der Bundesligasaison 2026/27 beim SC Freiburg (live auf DAZN und im Live-Ticker auf WERDER.DE). Der Tenor ist klar: Die Saison soll erfolgreicher als die vergangene Spielzeit werden. Bevor dieses Vorhaben losgeht, sprach Cheftrainer Daniel Thioune auf der Pressekonferenz unter anderem über...

…das Saisonziel: „Wir haben uns natürlich vorgenommen, eine deutlich bessere Saison zu spielen. Unser Ziel muss es sein, möglichst schnell die 40 Punkte einzusammeln. Das ist die erste Aufgabe, die wir haben. Je nach Zeitpunkt bleibt dann noch Raum für Überraschungen. Es macht viel Sinn, demütig in die Saison zu gehen, keine zu großen Ziele auszurufen, uns aber deutlich an einem Ziel zu orientieren. Es ist klar, dass wir nach dem letzten Jahr von vielen Experten, gerade auch weiter unten gehandelt werden.“

…den vorgenommenen Spielstil: „Wir haben behauptet, dass wir eine größere Resilienz auf den Platz bringen wollen. Dafür wollen wir eine höhere Qualität gegen den Ball entwickeln. Natürlich können wir auch darüber sprechen, dass man gegen einen Oberligisten mehr als drei Tore schießen sollte, wir haben aber auch einen sehr geringen x-Goal-Wert zugelassen. Es geht aber darum, ein Fußballspiel zu gewinnen und dafür wollen wir eine Spielidee aufsetzen, in der es sehr schnell und vertikal nach vorne geht. Tiefe vor Breite. Darauf dürfen sich die Fans einstellen. Ein wenig Zeit und Geduld braucht es aber noch.“

…den SC Freiburg: „Wir gehen mit einer Bodenständigkeit und Respekt in das Spiel. Der SC Freiburg hat sich unfassbar entwickelt. Da kommt eine Mannschaft auf uns zu, die nahezu auf jeder Position gleichwertig besetzt ist. Dazu waren sie in den letzten Jahren ständig in Europa vertreten und haben gestern Abend gezeigt, dass sie auch schon im Verwaltungsmodus sehr gut sind. Die Freiburger kommen in allen Bereichen nahezu an 100%. Wir wissen aber auch, dass die Freiburger Probleme bekommen können, wenn wir im Ballbesitz sehr mutig spielen und Räume bespielen, die schwer zu verteidigen sind.“

… Eren Dinkci und sein Wissen über Freiburg: „Eren hat in dieser Woche voll trainiert. Wenn er morgen das Abschlusstraining absolviert, dann ist er am Sonntag eine Kaderoption. Einen Startelfeinsatz würde ich aufgrund der letzten Wochen, in denen er nicht voll trainieren konnte, noch ausschließen. Die Möglichkeit, Eren über den SC Freiburg anzuzapfen, ist gegeben. Das Freiburger Spiel hat sich aber so entwickelt, das ganz klare Abläufe zu erkennen sind. Dazu haben sie eine richtig gute Stabilität, ganz klare Verhaltensmuster, wenn die Flügel einrücken, die Außenverteidiger hochschieben oder die Innenverteidiger rausspringen, um einen gegnerischen offensiven Mittelfeldspieler zu markieren. Dazu sind sie sehr gefährlich bei Standards. Dazu musste ich Eren aber nicht anzapfen.“

Karl Hein steht im Werder-Torwarttrikot auf dem Platz.
Karl Hein wird zum ersten Mal mit der Rückennummer 1 für den SV Werder in der Bundesliga auflaufen (Foto: W.DE)

… Karl Hein: „Karl hat keine muskuläre Probleme mehr. Deshalb wird Karl Hein am Sonntag im Tor stehen und als Nummer eins in die Saison gehen. In dem Wissen, dass Alex Schlager auf gleichem Niveau gleich gut performen kann.“

…Ludovit Reis: „Sie konnten sich schon davon überzeugen, dass ihn auch ein halbes Jahr ohne Fußball nicht ausgebremst hat. Er war der Spieler, der gegen Lüneburg die meisten Kilometer auf dem Platz abgerissen hat. Was ihm noch fehlt, ist eine stärkere Bindung zu uns als Mannschaft. Deshalb war es mir wichtig, dass er so lange wie möglich mit der Mannschaft auf dem Platz steht. Aber Ludo ist bei uns angekommen. Er ist froh, dass er wieder Fußballspielen darf und Teil einer funktionierenden Mannschaft sein kann. Er wird uns sicherlich noch eine Menge geben.“

…Niclas Füllkrug: Den Niclas, den wir alle kennen, der hat als Typ jetzt schon einen hohen Impact auf die Mannschaft gehabt. Nun geht es darum, dass er auch sportlich einen hohen Impact auf uns hat. Ich finde, dass er in einem körperlich guten Zustand ist, fast schon überraschend gut, nachdem er sehr wenig gespielt hat. Er versteckt sich hinter niemanden. Wir brauchen seine unglaubliche Energie. Die ist richtig ansteckend. Es wäre keine Überraschung, wenn er am Sonntag in der Startelf stehen würde.“

…seine Kritik an Samuel Mbangula: "Ich habe keine Ausreden gesucht, warum ich ihn früh vom Platz genommen habe. Ich werde keinen Spieler nach einem schwächeren Spiel fallenlassen. Ich bin mit ihm in den Dialog gegangen. Dann erinnert man den Spieler daran, dass er ein paar Prozente mehr geben muss, wenn er weiterhin Minuten einsammeln möchte. Ich glaube, Sam ist da sehr gut mit der Kritik umgegangen. Es geht immer nur um die Sache. Nie um die Person. Wir haben da einen guten Austausch. So offensichtlich wie es war, mussten wir aber einfach darüber reden. Er war selbst enttäuscht, hat sich aber total gefreut, dass wir eine Runde weitergekommen sind.“

...die dünn besetzte Außenverteidigerposition: „Wenn wir über Mick Schmetgens und Marco Grüll sprechen, dann sind das sicherlich keine Notlösungen, sondern Lösungen, die auf der Hand liegen.  Natürlich ist es auch das Ziel, dass Mitchell Weiser und Felix Agu wiederkommen. Ich weiß nicht, wann das sein wird. Aber es ist Fakt, dass wir diese Spieler haben. Ich glaube es wäre wichtig, wenn wir nochmal einen variablen Abwehrspieler bekommen würden. Es entscheidet sicherlich auch der Markt darüber, wen man bekommen kann.“

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