Die Leidenschaft verbindet Generationen

AUSWÄRTS ZUHAUSE: WERDERLIEBE KENNT KEINE DISTANZ

29.08.26 von Moritz Studer | 3 Min

Thomas und Lukas schauen sich gegenseitig an.

Thomas legt einen Arm auf die Schulter seines Sohnes. Sie blicken vom Schlossberg auf Freiburg hinunter. Die Stadt, in der sie ihre persönlichen Heimspiele mit ihrem SV Werder erleben. Denn die beiden leben an der Schweizer Grenze und haben doch die grün-weiße Raute in ihrem Lebensmittelpunkt. Thomas und Lukas sind Werder-Fans in Freiburg.

Als bei Thomas (45) der Funke übersprang, hießen die Helden noch Wynton Rufer, Andreas Herzog oder Thomas Wolter. Als der SVW im Meisterschaftsrennen 1993 im Schlussspurt den FC Bayern München überholte, kreierte er sich sein erstes Fanutensil selbst. „Meine Eltern haben mir damals leider kein eigenes Trikot kaufen können“, erinnert sich Thomas. „Deswegen habe ich mir ein weißes T-Shirt genommen und es mit grünen Stiften selbst bemalt.“

Im Jahr 2015 hat Thomas gemeinsam mit anderen Freunden den Fanklub Werderfreunde Hochrhein gegründet. Die meisten Mitglieder haben sich in der gemeinsamen Schulzeit kennengelernt und versuchen immer wieder – auch mit Kontakten zu den Green White Griffins in Zürich – gemeinsame Fahrten zu organisieren. „Mein Lieblingsmoment im Stadion war der Bundesliga-Aufstieg 2022 – das war für mich ein ganz besonderer Moment, den ich nicht vergessen werde“, sagt Thomas. „Bei uns ist es mittlerweile Tradition und das besondere Highlight, zum letzten Heimspiel der Saison nach Bremen zu fahren.“

Die Vereinsliebe vom Papa ist auch auf Sohn Lukas (13) abgefärbt. Während die Mitschüler den Bayern, Dortmund oder Freiburg die Daumen drücken, trägt er mit Stolz das W auf dem Trikot. „Ich bin schon traurig, dass ich die großen Zeiten nicht live miterlebt habe. Sie im Nachhinein anzuschauen, ist aber auch sehr schön“, sagt Lukas. „Das erste Mal war ich am Osterwochenende 2022 in Bremen. Das Stadion und das ganze Erlebnis waren sehr schön, auch wenn wir leider nicht gewonnen haben.“

Thomas' Liebe zum SV Werder hat sich über die Jahre weiterentwickelt. Das bemalte T-Shirt war der Anfang, mittlerweile haben sich Verein und Stadt auch unter der Haut auf seinem Oberarm verewigt. Viel wichtiger ist aber, dass er seine Leidenschaft nun mit seinem Sohn teilen kann. „Wenn er mitkommt, sind das für mich ganz besondere Momente“, strahlt Thomas. „Leider blieb mir das mit meinem eigenen Vater nicht so oft – umso schöner finde ich, dass wir das gemeinsam machen können.“

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