„Es wird nie wieder einen so guten Fußballer geben!“
ROMANO SCHMID IM INTERVIEW
02.08.26 von Tom Ole Theilken & Noah Kerndt | 4 Min
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Hinter Romano Schmid liegt ein bewegender Sommer. Mit der österreichischen Nationalmannschaft erlebte der offensive Mittelfeldakteur turbulente Wochen bei der Weltmeisterschaft, erzielte sein erstes WM-Tor und traf auf sein Idol. Im Interview mit WERDER.DE verriet der 26-Jährige, mit welchem Weltstar er dort verglichen wurde, welche Andenken er mit nach Hause genommen hat und wie er auf seine neue Rückennummer blickt.
WERDER.DE: Moin Romano, in diesem Sommer hast du so einiges erlebt. Konntest du in deinem Urlaub dennoch mal ganz vom Fußball abschalten oder musstest du noch ständig an die Weltmeisterschaft denken und sie Revue passieren lassen?
Romano Schmid: Ich konnte schon gut abschalten. Das Ausscheiden schmerzt natürlich immer, aber man muss das Ganze auch relativieren. Der Turnierbaum war wirklich schwer für uns.
WERDER.DE: Es war für Österreich und dich ein ereignisreiches Turnier. An welchen Moment der WM denkst du als Erstes?
Romano Schmid: Natürlich an mein Tor! Bei einer Weltmeisterschaft ein Tor für dein Land zu erzielen, ist das Krasseste, was du als Fußballer erreichen kannst!
WERDER.DE: Wie war der Moment, als der Ball im Tor eingeschlagen ist?
Romano Schmid: Es war schon krass! Das kann man gar nicht in Worte fassen. Es passiert so schnell, dass man es gar nicht richtig wahrnehmen kann. Als der Ball dann drin war, wusste ich gar nicht, wohin mit mir.
WERDER.DE: Wie wichtig war dieses erste Tor für euch als Team?
Romano Schmid: Es war ein schwieriges Spiel gegen tiefstehende Jordanier. Das Tor war der Dosenöffner, da ist bei jedem eine riesige Last abgefallen. Auf dem ersten Spiel liegt ein immenser Druck. Wenn du weiterkommen willst, musst du es eigentlich gewinnen.
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WERDER.DE: Dann spielt ihr gegen Argentinien und dein Idol Lionel Messi. Wie war dieses Erlebnis auf dem Platz?
Romano Schmid: Es ist wahnsinnig beeindruckend, wie gut er ist. Er läuft zwar nicht viel, aber jedes Mal, wenn er den Ball hatte, gab es eine Torchance für Argentinien. Messi ist außergewöhnlich, den kannst du einfach nicht aufhalten. Es wird nie wieder einen so guten Fußballer geben!
WERDER.DE: Gab es einen besonderen Moment zwischen euch?
Romano Schmid: Auf dem Platz war ich im Tunnel und nur darauf fokussiert, meine eigene Leistung zu bringen. Meine Frau hat mir nach dem Spiel gezeigt, dass Messi und ich beim Aufwärmen auf dem Videowürfel verglichen wurden. Im ersten Gruppenspiel hatten wir die besten Offensivstatistiken unserer Mannschaften, die dann Head-to-Head auf dem Würfel gezeigt wurden. Das war schon krass!
WERDER.DE: Es folgte das irre Spiel gegen Algerien mit dem eigentlichen LastMinute-Aus und dann dem „Very Last-Minute“-Weiterkommen. Wie wild war diese Achterbahnfahrt?
Romano Schmid: In dem Spiel war es so warm, dass keiner wusste, wie er laufen soll. Sowas habe ich noch nie erlebt. Beide Mannschaften sind nicht ins Risiko gegangen und dann führt Algerien plötzlich. Wir dachten, wir sind raus, und haben dann doch noch irgendwie den Ausgleich gemacht. Das sind Emotionen, die sind einmalig. Und die erlebst du nur im Fußball.
WERDER.DE: Am Ende kommt ihr – wie alle anderen Nationen auch – gegen Spanien an eure Grenzen. Warum waren die Spanier für niemanden zu schlagen?
Romano Schmid: Die ersten zwanzig Minuten waren das Beste, was wir im Turnier gespielt haben. Wir haben ihnen wirklich die Stirn geboten. Nach dem 0:1 war es dann einfach schwer. Spanien hat viele Weltklasse-Spieler, die dazu noch sehr abgeklärt sind. Wenn sie einmal führen und ihren Ballbesitz-Fußball spielen, machst du nicht mehr viel.
WERDER.DE: Das war ja nicht dein erstes Turnier: Du hast auch die EM in Deutschland gespielt. Diese WM war dennoch als XXL-Turnier in vielerlei Hinsicht in aller Munde. Wie blickst du auch im Vergleich zu einer EM auf diese WM-Erfahrung im Großen und Ganzen zurück?
Romano Schmid: Die Aufmerksamkeit bei einer Weltmeisterschaft ist noch mal größer und auch die Stadien sind einzigartig. Wenn du in Los Angeles oder Dallas spielst, sind das einmalige Erfahrungen, die dir keiner mehr nehmen kann!
WERDER.DE: Hast du persönliche Andenken mit nach Hause gebracht?
Romano Schmid: Wir haben eine Medaille und Anstecker von jedem Spielort bekommen. Dazu habe ich noch zwei Handtücher mit dem „World Cup 2026“-Schriftzug in den Farben der Gastgebernationen mitgehen lassen (lacht).
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WERDER.DE: Nach einem Break bist du seit dieser Woche wieder zurück in Bremen und bei Werder. Auf dem Trainingsplatz sind einige neue Gesichter zu sehen. Weht der oft angesprochene frische Wind schon über die Plätze?
Romano Schmid: Ja, die Neuen konnte ich in den ersten Tagen noch nicht so ausgiebig kennenlernen, aber wir haben junge Spieler mit viel Potenzial dazubekommen. Man merkt, dass alle Lust haben zu kicken. Auch die Trainingsinhalte sind wirklich gut und echt mal etwas Neues.
WERDER.DE: Ein neues Gesicht ist Alex Schlager, den ihr gleich von der WM mitgebracht habt. War diese Möglichkeit schon während des Turniers ein Thema unter euch?
Romano Schmid: Ja, Alex hat mit mir gesprochen, bevor er den Call mit Clemens Fritz und Peter Niemeyer hatte. Dementsprechend wusste ich schon relativ früh Bescheid.
WERDER.DE: Auch für dich persönlich gibt es eine Veränderung. Du wirst ab dieser Spielzeit mit der Rückennummer 10 auflaufen. Nach Andi Herzog bist du der zweite Österreicher, der bei Werder diese Nummer trägt. Was bedeutet dir das?
Romano Schmid: Die Zehn ist meine Lieblingsnummer, ich habe sie immer in der Jugend getragen. Bis jetzt war sie leider in jedem Verein, wo ich war, belegt, deswegen bin ich froh, dass es jetzt geklappt hat. Erst der zweite Österreicher zu sein, der sie bei Werder trägt, ehrt mich natürlich. Vor allem, wenn ein Andi Herzog dein Vorgänger ist.
WERDER.DE: Zeichnen wir abschließend noch das Mannschaftsbild: Was wünscht du dir in der kommenden Bundesligasaison für das Team und den Klub?
Romano Schmid: Ich wünsche mir, dass wir mit einer klaren Richtung nach vorne gehen und Werder Bremen so vertreten, wie es Werder verdient.
WERDER.DE: Danke für deine Zeit, Romano!
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