Bittencourt über Wechsel: „Sein Anruf hat alles verändert“
LEONARDO BITTENCOURT VOR DEM COTTBUS-TESTSPIEL IM GEGNERINTERVIEW
29.07.26 von Moritz Studer | 3 Min
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Ein schnelles Wiedersehen. Im Mai hatte sich Leonardo Bittencourt emotional nach sieben Jahren vom SV Werder verabschiedet. Seine Jugendliebe Energie Cottbus buhlte schon länger um die Gunst des 32-jährigen Mittelfeldspielers, dessen Trainer Pele Wollitz sogar mit einer warmen Mahlzeit und persönlichem Abholservice warb. Im Gegnerinterview auf WERDER.DE verrät Bittencourt, ob Wollitz Wort hielt, welchen Wert das bevorstehende Testspiel mit dem SVW für ihn hat und mit wem er am ehesten sein Trikot tauschen würde.
WERDER.DE: Moin Leo, ist Pele Wollitz eigentlich ein guter Koch?
Leonardo Bittencourt: Das weiß ich gar nicht (lacht). Er hat mich zum Essen eingeladen und nicht selbst gekocht. Er hat mich auch wie versprochen abgeholt. Pele hält immer sein Wort.
WERDER.DE: Er war bereits bei deinem Profidebüt 2011 bei Energie dein Trainer. Welchen Anteil hat er an deiner Rückkehr nach Cottbus?
Leonardo Bittencourt: Mit den Größten! Ohne ihn und das Gespräch mit dem Präsidenten wäre das gar nicht zustande gekommen. Pele wusste, wie er mich packen kann. Ich war eigentlich auf dem Sprung ins Ausland und es war alles entschieden. Sein Anruf hat alles verändert. Jetzt bin ich fünf Wochen hier und es war die richtige Entscheidung.
WERDER.DE: Viele nehmen sich vor irgendwann in ihre Heimat zurückzukehren, die Wenigsten machen es wahr. Wie viel Fußballromantiker steckt in dir?
Leonardo Bittencourt: Eigentlich gar nicht so viel (schmunzelt). Mir war es wichtig, eine Aufgabe zu finden, auf die ich Lust haben. Dass es dann der Verein ist, bei dem ich angefangen habe, macht es dann doch romantisch. Die Hauptgründe waren aber die Gespräche und die Aufgabe, die ich bekommen habe.
WERDER.DE: Zu dieser Aufgabe gehört es dazu, die jungen Spieler mit an die Hand zu nehmen. Von wem hast du selbst in deiner frühen Phase der Karriere lernen können?
Leonardo Bittencourt: Das waren viele Spieler. Da waren viele erfahrene und teilweise auch Weltstars dabei. Einen rauszunehmen, wäre den anderen gegenüber nicht fair. Sie haben uns jüngeren Spielern die Last abgenommen und sie einfach kicken lassen. Das möchte ich den Jungs hier auch geben. Ihnen den Rücken freihalten, Tipps geben und wenn es sein muss, auch mal ein ernstes Wort reden.
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WERDER.DE: Nach einer über 14-jährigen Reise bist du zurück in Cottbus, wo alles für dich begann. Was hast du in dieser Zeit über dich dazu gelernt?
Leonardo Bittencourt: Dass man es als kleiner Cottbuser Junge schaffen kann. In meinem Jahrgang und darum ist es nicht vielen gelungen. Ich habe trotz aller Kritiker an mich geglaubt und mir selber bewiesen, was mit viel Arbeit und Fleiß zu schaffen ist. Deswegen fühlt es sich auch richtig an, hier zu sein. Ich möchte den Jungs vermitteln, dass alle die Möglichkeit dazu haben, egal wo sie starten.
WERDER.DE: In Bremen hast du den Dreierlachs salonfähig gemacht. Hast du schon einen Begriff für einen Sieg mit Energie Cottbus dir überlegt?
Leonardo Bittencourt: Nein noch nicht (lacht). Der Dreierlachs kam ja auch aus der schnellen Kreativität heraus. Weil wir noch keine Pflichtspiele hatten, werden wir sehen, was mir durch den Kopf geht, wenn wir hier Siege feiern.
WERDER.DE: Mit Romano Schmid hat ein ehemaliger Teamkollege deine Rückennummer 10 übernommen. Was kannst du ihm mit auf den Weg geben?
Leonardo Bittencourt: In aller erster Linie, dass er so erfolgreich wie möglich ist und den Fans viel Spaß bereitet. Dabei soll er sich selber treu bleiben und so viel Spaß mit dem Trikot haben, wie ich es hatte.
WERDER.DE: Das Wiedersehen mit Werder kommt relativ schnell. Wie besonders kann ein Testspiel sein?
Leonardo Bittencourt: Schon sehr besonders. Ich hätte tatsächlich auch nicht gedacht, dass ich die Jungs so schnell wiedersehe. Ich dachte, dass wird durch die unterschiedlichen Ligen nicht so schnell passieren. Weil ich nun aber noch so viele Gesichter kenne, freue ich mich darauf.
WERDER.DE: Du hast das erste Mal seit sieben Jahren wieder die Chance dir ein Werder-Trikot zu ertauschen. Wer kommt da in Frage?
Leonardo Bittencourt: Mitchell Weiser und Marco Friedl. Sie waren meine engsten Jungs bei Werder. Mitch kannte ich vorher schon privat, mit Marco habe ich am längsten zusammengespielt. Wir sind aber so enge Freunde, dass ich gar nicht weiß, ob ich von den beiden Pappnasen ein Trikot brauche (schmunzelt). Wenn du mich aber fragst, würde es auf die beiden hinauslaufen. Da Mitch wahrscheinlich noch nicht spielen kann, würde es Marco werden.
WERDER.DE: Für die Werder-Fans, die mit nach Cottbus reisen: Was kannst du ihnen rundum das Spiel empfehlen?
Leonardo Bittencourt: Der Altmarkt und der Spreewald sind sehr schön. Als Fußball-Fan ist das Stadion der Freundschaft natürlich schon was Besonderes.
WERDER.DE: Und genau da sehen wir uns am Samstag. Vielen Dank für das Gespräch, Leo!
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