Die WM-Fahrer der Werder-Historie

VON VERGANGENHEIT BIS GEGENWART

14.06.26 von Jan Reimer | 5 Min

Marco Bode dribbelt mit dem Ball beim WM-Finale 2002 gegen Brasilien
(Foto: Imago)

Im Jahr 2026 sind es Marco Friedl, Romano Schmid und Leihspieler Yukinari Sugawara, die aus dem aktuellen Werder-Kader mit ihren Nationalmannschaften bei der Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA am Start sind. Doch der SV Werder Bremen war über die letzten Jahrzehnte hinweg fast immer beim größten Fußballturnier der Welt vertreten. Ein Blick in die Vergangenheit:

1966-1986

1966: Bereits bei der Weltmeisterschaft 1966 in England waren drei Werderaner mit dabei. Während mit Max Lorenz und Günter Bernard zwei Spieler keine Minuten sammelten, stand Horst-Dieter Höttges - außer im Halbfinale - in jedem Spiel über die volle Spielzeit auf dem Platz. Im Finale scheiterten die Deutschen an England mit 2:4 nach Verlängerung - die Geburtsstunde des Wembley-Tores.

1970: Höttges nahm als einziger Werder-Spieler an der WM 1970 in Mexiko teil. Beim sogenannten 'Jahrhundertspiel', das Halbfinale der BRD gegen Italien, stand er nicht auf dem Platz.

1974: Bei der Heim-WM 1974 war Horst-Dieter Höttges ebenfalls Teil des deutschen Kaders und wurde somit Weltmeister im eigenen Land.

1978: In Argentinien stand der Werder-Torwart Dieter Burdenski im Kader der Deutschen. Zum Einsatz kam er allerdings nicht.

1982: Als Deutschland 1982 in Spanien Vize-Weltmeister wurde, stand Uwe Reinders im Aufgebot und absolvierte drei Spiele inklusive eines Tores gegen Chile.

1986: In seiner Zeit beim SV Werder Bremen wurde Rudi Völler zum Nationalspieler - und war auch Teil des deutschen WM-Kaders beim Turnier 1986 in Mexiko. Als Dauerbrenner stand er in sechs von sieben Partien auf dem Feld und konnte drei Treffer beisteuern. Sein Tor im Finale gegen Argentinien konnte eine Niederlage aber nicht mehr verhindern.

1990-1998

1990: Auch in den folgenden WM-Spielzeiten blieben die Werderaner präsent. Beim Weltmeistertitel von 1990 standen gleich zwei Grün-Weiße im Aufgebot. Karl-Heinz Riedle kam dabei in vier Spielen zum Einsatz, Günter Hermann bekam keine Spielminute.

1994: Vier Jahre später sammelten zwei Spieler Einsatzminuten bei der Weltmeisterschaft 1994 in den USA. Mario Basler kam in einem Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Bolivien zum Einsatz. Gesetzt war hingegen Rune Bratseth, der die Norweger als Kapitän in allen drei Gruppenspielen auf dem Platz führte, aber nach der Gruppenphase mit seinem Team ausschied.

Ein Spieler im weißen Trikot stemmt die Hände in die Hüfte. Daneben steht ein Spieler im grünen Trikot.
Rune Bratseth führte Norwegen als Kapitän bei der WM 1994 an. (Foto: Imago)

1998: Kurz vor der Jahrtausendwende sammelte ein weiterer Werder-Akteur einige Einsatzminuten bei einer WM - Andreas Herzog. Der Mittelfeldspieler erzielte in einem seiner drei Spiele sogar einen Treffer für die ÖFB-Elf, die es aber in der Folge nicht über die Gruppenphase hinausschaffte.

2002-2006

2002: In Japan und Südkorea waren im Jahr 2002 erneut drei Werderaner für Deutschland dabei. Während Frank Baumann im Achtelfinale gegen Paraguay als Innenverteidiger auflief, stand Marco Bode - im letzten großen Turnier vor seinem Karriereende - ab dem zweiten Gruppenspiel bis zum Finale gegen Brasilien immer auf dem Feld. Er steuerte im Gruppenspiel gegen Kamerun ein Tor bei. Auch Torsten Frings absolvierte jedes der sieben Spiele über die volle Zeit.

2006: Das Sommermärchen 2006 war das Turnier mit der größten Werder-Beteiligung. Für die deutsche Mannschaft liefen Torsten Frings, Tim Borowski und Miroslav Klose auf. Frings und Borowski waren jeweils in sechs von sieben Partien Teil der deutschen Elf. Im ersten Gruppenspiel gegen Costa Rica erzielte Frings in der 87. Minute sein sensationelles Distanz-Tor. Mit 'Miro' Klose stellte Werder nicht nur eine Stammkraft (sieben Spiele), sondern mit fünf Toren auch den Torschützenkönig der WM im eigenen Land. Zusätzlich zu den deutschen Spielern, waren mit Ivan Klasnić und Jurica Vranješ zwei Grün-Weiße im Kader von Kroatien. Während Klasnić in allen drei Gruppenspielen zum Einsatz kam, blieben bei Vranješ die Spielminuten aus. Außerdem stand Nelson Valdez in allen Spielen der Paraguayer auf dem Rasen.

2010-2022

2010: Bei der Weltmeisterschaft in Südafrika sammelte Hugo Almeida für Portugal einen Einsatz. Mit Daniel Jensen kam außerdem ein Däne gegen Kamerun zu Spielminuten. Für Deutschland stand Per Mertesacker in jedem Spiel über die volle Zeit auf dem Platz und Marko Marin lief in den ersten beiden Gruppenspielen insgesamt 29 Minuten als Joker auf. Für den DFB endete diese WM auf Platz drei.

Per Mertesacker läuft fokussiert mit dem Ball am Fuß.
Per Mertesacker stand 2010 jede einzelne Minute auf dem Platz. (Foto: Nordphoto)

2018: Nach einer Weltmeisterschaft ohne grün-weiße Beteiligung steuerte der SVW in Russland mit Miloš Veljković, Ludwig Augustinsson und Thomas Delaney drei WM-Fahrer bei. Letztere standen die komplette Spielzeit für Schweden und Dänemark auf dem Platz. Während Delany bereits im Achtelfinale ausschied, erreichte Augustinsson das Viertelfinale. Veljković hingegen kam nur im dritten Spiel der Serben gegen Brasilien zum Einsatz.

2022: In Katar reduzierte sich die Anzahl der Werder-Profis in den WM-Aufgeboten wieder etwas. Zusätzlich zu Veljković, der diesmal in allen drei Gruppenspielen auflief, lieferte Niclas Füllkrug für Deutschland eine starke Quote von zwei Toren in drei Spielen. Ein Ausscheiden des DFB-Teams bereits vor der K.o.-Runde konnte er jedoch nicht verhindern.

Alle Werder-Spieler der WM-Historie

Deutschland

Max Lorenz (1966), Günter Bernard (1966), Horst-Dieter Höttges (1966, 1970, 1974), Dieter Burdenski (1978), Uwe Reinders (1982), Rudi Völler (1986), Karl-Heinz Riedle (1990), Günter Hermann (1990), Mario Basler (1994), Frank Baumann (2002), Marco Bode (2002), Torsten Frings (2002, 2006), Tim Borowski (2006), Miroslav Klose (2006), Per Mertesacker (2010), Marko Marin (2010), Niclas Füllkrug (2022)

Österreich

Andreas Herzog (1998), Heimo Pfeifenberger (1998) Marco Friedl (2026), Romano Schmid (2026)

Kroatien

Ivan Klasnić (2006) , Jurica Vranješ (2006)

Dänemark

Thomas Delaney (2018), Daniel Jensen (2006)

Norwegen

Rune Bratseth (1994)

Serbien

Miloš Veljković (2018, 2022)

Paraguay

Nelson Valdez (2006)

Portugal

Hugo Almeida (2010)

Schweden

Ludwig Augustinsson (2018)

Japan

Yukinari Sugawara (2026)

Genannt sind die Spieler, die zum Zeitpunkt der jeweiligen Weltmeisterschaft beim SV Werder Bremen unter Vertrag standen

Weitere News