Klose: „Noch nie mit mehr Menschen Geburtstag gefeiert“
MIROSLAV KLOSE ÜBER SEINE BESONDEREN WM-MOMENTE
09.06.26 von Moritz Studer | 4 Min
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Es gibt vermutlich wenige Spieler, die mehr für eine Fußball-Weltmeisterschaft stehen als Miroslav Klose. Im Trikot der deutschen Nationalmannschaft wuchs der ehemalige Stürmer des SV Werder stets über sich hinaus und ist bis heute der erfolgreichste Torschütze der DFB-Auswahl und WM-Rekordtorschütze. Einen ganz besonderen Moment erlebt Klose an seinem 28. Geburtstag – auf den Tag genau vor 20 Jahren.
Die erste positive Erinnerung, die Klose selbst mit einer Fußball-Weltmeisterschaft verbindet, ist das Turnier 1990 in Italien. Damals schoss Andi Brehme die Elf von Bundestrainer Franz Beckenbauer mit seinem Strafstoß beim 1:0-Sieg gegen Argentinien zum Titel. „Ich war damals zwölf Jahre alt“, erinnert sich Klose, „und wir haben das Finale alle gemeinsam verfolgt.“ Dass er selbst einmal seine ganz eigene Geschichte auf dieser großen Bühne schreiben wird, ahnt er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Tatsächlich geht der in Polen geborene und in der Pfalz aufgewachsene Angreifer einen ungewöhnlichen Weg. Als Klose für die Reservemannschaft des 1. FC Kaiserslautern verpflichtet wird, absolviert er noch eine Zimmermann-Lehre, ehe er mit 21 doch im Fußball-Oberhaus debütiert und sich im Trikot des FCK in den Kader für die WM 2002 in Japan und Südkorea schießt. Schon in seinem ersten Spiel trifft er beim legendären 8:0 gegen Saudi-Arabien dreifach und legt in den beiden weiteren Gruppenpartien zwei weitere Treffer nach.
Zur Saison 2004/05 wechselt Klose vom Betzenberg an die Weser und trat beim SVW die Nachfolge u.a. von Ailton an, der Werder als Torschützenkönig in Richtung Schalke 04 verließ. Vor dem Sommermärchen 2006 gelingen Werders Nummer 11 in 26 Partien 25 Treffer und 13 Assists. Klose bereitet sich sein persönliches Geburtstagsgeschenk also selbst: Beim Eröffnungsspiel gegen Costa Rica (4:2) steht er an seinem 28. Geburtstag in der Startelf. „Fakt ist, dass ich noch nie mit mehr Menschen meinen Geburtstag gefeiert habe“, schmunzelt Klose. „In der ausverkauften Allianz-Arena beim Heimturnier doppelt zu treffen, 4:2 zu gewinnen und das ganze Land in eine Euphorie zu versetzen, war natürlich einmalig.“
Erst im Sommer 2007 verlässt der Rechtsfuß den Osterdeich in Richtung München, die letzten Spielzeiten seiner Laufbahn verbringt er in der Serie A bei Lazio Rom – im Stadio Olimpico, jenem Stadion, in dem Deutschland 1990 Weltmeister wurde und das Kloses erste große WM-Erinnerung prägte. Seitdem ist er seinen Weg im Vereinsfußball und bei vier Weltmeisterschaften auf vier Kontinenten selbst gegangen. 2010 erzielt er in Südafrika trotz Formschwäche bei den Bayern vier Treffer. Die Krönung erlebt der Rechtsfuß schließlich in Brasilien. „2014 war es dann mit dem Titelgewinn sowie den Toren zum Rekordtorschützen der perfekte Abschluss, was Weltmeisterschaften betrifft“, sagt Klose. „Ich glaube, der 7:1-Sieg war eines der besten Länderspiele Deutschlands überhaupt.“
Er selbst erzielt in Belo Horizonte seinen 16. Treffer bei einer Fußball-Weltmeisterschaft und löste damit Ronaldo Nazário als Rekordtorschützen ab. Zwölf Jahre später haben Lionel Messi (13) und Kylian Mbappé (12) beim anstehenden Turnier in Kanada, Mexiko und den USA eine realistische Chance, Klose abzulösen. Aufgrund der erhöhten Teilnehmerzahl wird die Bestmarke auf Zeit wohl nicht zu halten sein – nichtsdestotrotz wird „Miro“ generationsübergreifend einer der größten WM-Helden aller Zeiten bleiben.
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