„Ich freue mich, hier zu sein“

SOMMER-NEUZUGANG ELENA MÜHLEMANN IM INTERVIEW

20.05.26 von Tineke Ruchel | 8 Min

Elena Mühlemann im Interview.

Der zweite Sommer-Neuzugang steht fest: Elena Mühlemann schließt sich in der kommenden Saison den Grün-Weißen an. Die Schweizerin kommt vom FC Carl Zeiss Jena und bringt Erst- sowie Zweitligaerfahrung mit. Im Interview mit WERDER.DE spricht die Mittelfeldspielerin über ihre Vergangenheit mit Cheftrainerin Fritzy Kromp, ihre ersten Jahre in Deutschland und die Atmosphäre auf Platz 11.

WERDER.DE: Moin Elena, herzlich Willkommen in Bremen. Wir freuen uns, dass du bei uns bist. Ab der kommenden Saison wirst du für die WERDERFRAUEN auf dem Platz stehen. Warum hast du dich für diesen Schritt entschieden?

Elena Mühlemann: Wir hatten sehr gute Gespräche, in denen beidseitiges Interesse da war. Dann ging alles auch ziemlich schnell. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden, da ich mit Fritzy auf ein altbekanntes Gesicht treffe. Wir haben besprochen, wie es zusammenpassen könnte und wurden uns ziemlich schnell einig. Ich freue mich, hier zu sein.

WERDER.DE: Wir freuen uns auch. Du hast gerade schon erwähnt, dass du auf ein altbekanntes Gesicht triffst. Mit Fritzy triffst du auf eine Trainerin, unter der du bereits bei Eintracht Frankfurt II gespielt hast. Wie war der erste Kontakt zwischen euch und welche Rolle spielte eure Vergangenheit bei deiner Entscheidung?

Elena Mühlemann: Unsere Vergangenheit spielt natürlich eine sehr große Rolle bei meiner Entscheidung. Der erste Kontakt war sehr positiv. Ich hatte damals bei Eintracht Frankfurt II eine sehr turbulente Phase in meiner Karriere. Fritzy hat es geschafft, da Ruhe reinzubringen. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und konnten beide viel aus dieser Zeit ziehen. Nach 1,5 Jahren in Frankfurt trennten sich dann unsere Wege. Umso schöner ist es, dass wir jetzt wieder aufeinandertreffen.

WERDER.DE: Bereits mit 18 Jahren hast du deine Heimat in der Schweiz verlassen und spielst seit einigen Jahren in Deutschland Fußball. Wie hast du diese Veränderung damals erlebt und was nimmst du aus dieser Zeit mit?

Elena Mühlemann: Ich nehme sehr viel mit. Man kann das gar nicht so richtig einschätzen, wie es wirklich ist, wenn man das erste Mal von zu Hause auszieht und versucht, sein eigenes Leben aufzubauen. Bei mir war es damals nicht anders. Trotzdem war es schon immer mein Traum, im Ausland zu spielen, wenn möglich sogar in der Bundesliga, weil es einfach eine der besten Ligen der Welt ist. Dann kam mein Wechsel zum 1. FC Nürnberg, der auch für meine Familie ziemlich schnell kam. Ich hatte zum Glück hat sehr gutes Umfeld und konnte mich da schnell weiterentwickeln.

Elena Mühlemann betritt zum ersten Mal das Weserstadion.

WERDER.DE: Trotz deines jungen Alters hast du bereits viele Höhen und Tiefen im Fußball erlebt. Du hast einen Aufstieg in die erste Bundesliga mit Nürnberg mitgemacht, aber auch jetzt eine eher schwierigere Saison mit Carl Zeiss Jena miterlebt. Wie sehr haben dich diese Erfahrungen geprägt und inwiefern helfen sie dir bei deinem nächsten Schritt beim SVW?  

Elena Mühlemann: Jede Erfahrung, die man macht, bringt einen sehr viel weiter. Solange man selbst seine Schlüsse daraus zieht, ist es egal, ob die Erfahrungen schlecht oder gut waren. Umso schöner war der direkte Aufstieg mit Nürnberg in meiner ersten Saison in Deutschland. Das hätte sich keiner erträumen können, dass ich hier ankomme und direkt den Aufstieg mit dem Team schaffe. Dementsprechend habe ich gute Erinnerungen an diese Zeit. Das erste Mal am Erfolg schnuppern zu dürfen, hat mich hungrig gemacht auf mehr. Jetzt kam leider der Abstieg mit Jena. Das ist natürlich eine harte Saison, aber trotzdem schweißt es einen zusammen. Egal ob man gegen den Abstieg oder um den Aufstieg spielt, sind diese Erfahrungen immer etwas Besonderes. Ich habe gelernt, mit diesem Druck umzugehen und versuche, diese Erfahrungen auch für meine Zeit bei Werder miteinzubringen.

WERDER.DE: Erst vor wenigen Tagen hast du noch mit Jena gegen deinen neuen Verein gespielt. Wie war dein erster Eindruck von der Atmosphäre und den Fans auf Platz 11?

Elena Mühlemann: Die vielen Verabschiedungen sowie die Choreo von den Fans hat man als Spielerin auf dem Platz auf jeden Fall mitbekommen. Das war einfach eine coole Stimmung. Es war sehr schön, dort zu spielen. Bis auf das Resultat war es eine positive erste Erfahrung für mich auf Platz 11 (lacht).

WERDER.DE: Das freut uns. Konntest du dir von deinen neuen Teamkolleginnen schon Tipps für Bremen abholen?

Elena Mühlemann: Von neuen Teamkolleginnen noch nicht, aber ich habe eine gute Freundin, die auch mal bei Werder gespielt hat. Da habe ich mir schon ein paar Tipps abgeholt und ich war auch schon in Bremen Pizza essen.

WERDER.DE: Worauf dürfen sich die Werder-Fans bei dir freuen? Welche Stärken bringst du mit?

Elena Mühlemann: Mir ist immer wichtig, dass ich eine Laufbereitschaft auf den Platz bringe und versuche, dort mit höchster Intensität mit und gegen den Ball zu arbeiten. Ich möchte positive Energie reinbringen und Spaß haben am Fußballspielen. Das möchte ich auch hier zeigen.

WERDER.DE: Jetzt müssen wir noch etwas Geduld haben, bis du für die WERDERFRAUEN auf dem Platz stehst. Worauf freust du dich in den kommenden Monaten?

Elena Mühlemann: Nach dieser Saison freue ich mich erstmal darauf, wieder Energie zu tanken. Ich möchte die Sommerpause genießen, um dann wieder mit einem vollen Akku in die neue Saison zu starten. Natürlich freue ich mich auf das Kennenlernen mit der Mannschaft und auf die Vorbereitung.

WERDER.DE: Wir freuen uns, dich schon bald auf dem Platz zu sehen. Danke für deine Zeit, Elena!

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