Werder beim TTBL Final4: Realistische Vorfreude statt Illusionen
Gegen Saarbrückens „1. FC Fan Zhendong“ im Halbfinale „klarer Außenseiter“
28.05.26
)
Eine Fan-Konvoi durch halb Deutschland, die Aussicht auf eine großartige Kulisse und die selbstbewusste Hoffnung auf einen neuen Überraschungscoup: Beim SV Werder steigt die Vorfreude auf das Liebherr TTBL Final4 am Wochenende (30./31. Mai) in Frankfurt beinahe stündlich. Für das Halbfinale am Samstag (17.00 Uhr/Livestream bei Dyn) gegen den hochfavorisierten Champions-League-Sieger 1. FC Saarbrücken-TT um Superstar Fan Zhendong fühlen sich die Grün-Weißen bestmöglich gerüstet.
„Turniere mit diesem Format kennen wir schon. Wir freuen uns und sind stolz, bei einer qualitativ so hochwertigen Veranstaltung mit ihrer besonderen Aura und der entsprechenden Medienreichweite Werder Bremens Farben einmal in anderer Form präsentieren und über Tischtennis in die Öffentlichkeit bringen zu können“, beschreibt Teammanager Sascha Greber den Stellenwert der insgesamt vierten Teilnahme einer SVW-Mannschaft an einer Vorschlussrunde der Tischtennis-Bundesliga.
Trainer Cristian Tamas wertet den Auftritt seines Teams am Main vor mehreren tausend Zuschauern als Belohnung für die stärkste Bilanz während einer regulären Saison in Werders 20-jähriger Bundesliga-Geschichte. „Dieses Turnier war unser Ziel, und wir sind sehr froh darüber, dass wir es geschafft haben, zu den vier besten Mannschaften in Deutschland zu gehören“, ordnet der 46-Jährige das Saisonhighlight ein.
Tatsächlich ist ein Platz im Halbfinale für Werder keine Selbstverständlichkeit. Immerhin aber zählt Bremen zum zweiten Mal in drei Jahren zum Elitequartett des Oberhauses. Vor 2024 hatte der SVW auch schon 2013 auf dem Weg zur bislang ersten Meisterschaft sowie vor sechs Jahren im Semfinale gestanden. In der vorvergangenen Saison und 2020 allerdings war Bremens Erfolgsweg danach jeweils zu Ende gegangen – jeweils gegen den diesjährigen Halbfinalkontrahenten Saarbrücken.
In Frankfurt sind die Karten zwar neu gemischt, aber die Vorzeichen nicht wirklich günstiger. Zwar ist der schwedische Olympia-Silbermedaillengewinner Truls Möregardh ist nur für die Champions League bei den Saarländern gemeldet und deswegen beim TTBL Final4 nicht spielberechtigt. Doch zusammen mit dem chinesischen Olympiasieger Fan bilden in Saarbrückens Mannschaft, die in der laufenden Saison außer die Königsklasse auch schon den Pokal gewonnen hat, vor allem die Top-20-Asse Patrick Franziska und Darko Jorgic immer noch das derzeit mutmaßlich stärkste Team Europas.
„Die Weltranglistenpositionen und besonders die Qualität seiner Spieler machen Saarbrücken einfach zum Favoriten“, verdeutlicht Tamas die Kräfte seines Quartetts mit Kirill Gerassimenko, Mattias Karlsson, Irvin Bertrand und Marcelo Aguirre: „Wir gehen nur als Außenseiter ins Spiel.“
Den rauschhaften 3:2-Erfolg seines Teams in der Vorrunde beim „Wunder von der Weser“ gegen Saarbrückens erste Garnitur - nicht zuletzt durch Aguirres Überraschungssieg gegen Ex-Weltmeister Fan Zhendong - will der Coach nicht als Maßstab gelten lassen: „Noch einmal gegen Saarbrücken zu gewinnen, wäre die Wiederholung einer Sensation.“ Auch Greber sieht die Grün-Weißen als Underdog: „Man kann es kaum zu oft betonen, dass wir trotz zuletzt einiger Spieler auf Messers Schneide nicht mehr als ein Außenseiter sind.“
Im sprichwörtlichen Duell zwischen David und Goliath erhofft sich Tamas durch die Umstellung des Halbfinal-Formats vom Play-off-Modus auf ein einziges K.o.-Spiel „etwas erhöht Chancen für uns als Außenseiter“. Voraussetzung dafür ist gegen den „1. FC Fan Zhendong“ aus Grebers Sicht, „dass wir uns eine Chance erspielen und dann auch nutzen können“. Aber auch schon dafür, meint Greber, „müssen wir über uns hinauswachsen“.
Bei der Schaffung immerhin der entsprechenden Grundlagen haben Greber und Tamas nichts dem Zufall überlassen. „Wir haben einig Sparringspartner eingeladen, um die möglichen Spiele zu simulieren“, berichtet der Trainer über die sportliche Vorbereitung. Greber organisierte unterdessen die Fan-Reisen in einem großen Werder-Bus sowie zwei kleineren Bussen. „Außerdem fahren viele unserer Anhänger auf eigene Faust nach Frankfurt. Alle zusammen werden dann im Werder-Block komplett in Grün unsere Mannschaft unterstützen.“ (Foto: TTBL)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)