"Wir haben neue Möglichkeiten geschaffen"

CLEMENS FRITZ AUF EINER PRESSEKONFERENZ ZUM DEADLINE-DAY

01.09.26 von Moritz Studer | 3 Min

Clemens Fritz sitzt auf einem PK-Podium.

Der SV Werder hat in den letzten Zügen des Transferfensters mit Youri Regeer, Moussa Ndiaye und Arthur drei Neuzugänge verpflichtet. Samuel Mbangula hat den Verein wiederum als Leihe nach Bologna verlassen, genau wie Patrice Čović nach Dresden. Zum Abschluss des Deadline-Days beantwortete Geschäftsführer Fußball Clemens Fritz in einer Mixed Zone die Fragen der Journalist*innen…

…die Bilanz des Transferfenster: „Ich würde die Transferphase in drei Blöcke unterteilen. Wir wollten recht früh am Markt sein und haben auch früh Verpflichtungen getätigt. Mit der WM war ein kleiner Break drin, bevor wir Niclas Füllkrug, Eren Dinkci und Ludovit Reis geholt haben. Wir sind dabei ins Risiko gegangen, ohne zu wissen, was abgangsseitig passiert. Wir sind dann nochmal aktiv geworden und haben auf die Verletzung von Jens Stage reagiert. Wir haben auch gesagt, dass uns hinten noch was gut tut und hoffen trotzdem darauf, dass Mitchell Weiser und Felix Agu kurzfristig zurückkommen.“

…die Leihen: „Wir haben fünf Leihen getätigt, bei denen wir bei zwei Spielern die Hand draufhaben und die Entscheidungen treffen können. Youri ist eine Nachbesetzung für Jens, bei dem wir auch eine Kaufoption haben. Die Leihen von Eren und Niclas sind emotional und wären sonst nicht möglich gewesen. Wir haben insgesamt 14 Transfers getätigt und darunter sind fünf Leihen, bei denen wir eben zwei Mal den Zugriff haben.“

…die Kaderstruktur: „Wir haben Jungs im Kader, die zwei, drei Positionen spielen können und sind auf jeder Position mindestens doppelt besetzt. Dazu kommen junge Spieler, die wir entwickeln wollen. Wir wollen eine gute Kaderhygiene und wollen ihn nicht überfüllen. Darüber hinaus sind wir zuversichtlich, dass der eine oder andere Spieler zeitnah zurückkommt. Dass wir keinen weiteren Mittelfeldspieler verpflichtet haben, war eine bewusste Entscheidung, um in der Außenverteidigung noch etwas zu machen.“

…das Kaderniveau: „Wir haben uns in der Offensive neue Möglichkeiten geschaffen. Wir haben eine gewisse Erfahrung und nachgewiesene Qualität, dazu aber auch die Frische von jungen Spielern. Ich sehe den Kader als gut genug sowie konkurrenz- und wettbewerbsfähig – mit dem Wissen, dass die Vorbereitung mit den Verletzungen nicht optimal gelaufen ist.“

Arthur und Moussa Ndiaye grüßen in die Kamera.
Werder verpflichtete am Deadline-Day Arthur und Ndiaye (Foto: W.DE).

…die Ausfälle von Stage und Njinmah: „Sie können sich gut vorstellen, dass die letzten Tage nicht einfach waren. Wir sind bei Justin davon ausgegangen, dass die Verletzung aus dem Freiburg-Spiel nicht ganz so wild ist. Leider hat es sich in den letzten 24 Stunden in die falsche Richtung entwickelt. Jede Verletzung tut uns weh und können wir nicht Eins zu Eins nachbesetzen. Das war für uns alle ein Schock, aber wir wollen nicht jammern, sondern positiv nach vorne schauen.“

…Youri Regeer: „Wir können Jens nicht Eins zu Eins ersetzen. Dafür ist er zu lange bei Werder und hat die DNA des Vereins verinnerlicht. Diesen Rucksack wollen wir Youri nicht aufsetzen. Er ist ein junger Spieler mit viel Erfahrung, der schon international gespielt hat. Er ist sehr umsichtig, hat eine gute Handlungsschnelligkeit. Wir wissen um seine Qualität, wollen aber keine Vergleiche anstellen. Youri soll seinen eigenen Weg gehen.“

…Samuel Mbangula: „Wir waren mit Sam und seiner Agentur im Dialog und haben ein gutes Konstrukt mit einer Leihgebühr gefunden. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder der Verein zieht die Option oder er kommt zu uns zurück. Wir glauben an Sam und sehen sein Potential. Wir wissen aber auch, dass sein erstes Jahr nicht einfach war. Die Hoffnung ist da, dass er in einem bekannten Umfeld in Italien, zu alter Stärke zurückfindet. Ich bin von seinen fußballerischen Fähigkeiten sehr angetan. Wichtig ist aber, dass er Spielzeit und eine Luftveränderung bekommt.“

…Patrice Čović: „Bei Patrice fiel uns die Entscheidung nicht schwer, weil er auch den Wunsch auf mehr Spielzeit geäußert hat. Wir sehen sein Talent, hätten ihm diese aber nicht garantieren können. Die Leihe ist auch ohne eine Kaufoption für den aufnehmenden Verein.“

…Julian Malatini: „Es kann passieren, dass er noch geht. Der Markt in der MLS ist noch einen Tag länger geöffnet und wir arbeiten gemeinsam an dem Thema. Wir haben bis morgen Abend Zeit, dass der Transfer über die Bühne geht. Es geht aber noch um seine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung.“

…Skelly Alvero und Dawid Kownacki: „Bei Skelly ist die Chance nach dem Abgang von Patrice sehr groß, dass er bleibt. Auf der Neuner-Position haben wir wiederum drei Spieler. Es gibt noch Märkte, die geöffnet sind. Wenn wir eine Lösung finden, sind wir im Austausch.“

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