„Fühlt sich für den Moment schon ziemlich gut an“
DER NEUE WERDER-CHEFTRAINER DANIEL THIOUNE IM INTERVIEW
04.02.26 von Markus Biereichel & Moritz Studer | 3 Min
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Der SV Werder hat seinen neuen Cheftrainer gefunden. Daniel Thioune wird die Nachfolge von Horst Steffen antreten und schon am Mittwochnachmittag das Training der Grün-Weißen leiten. Im WERDER.DE-Interview spricht der 51-Jährige über seinen ersten Eindruck von seinem neuen Arbeitgeber, seine Idee vom Fußball und alte Wegbegleiter.
WERDER.DE: Moin Daniel, bislang warst du nur als Spieler aber noch nicht als Trainer hier zu Gast. Wie ist dein erster Eindruck vom Weserstadion?
Daniel Thioune: Ein paar Tage ist es her, dass ich hier auf dem Rasen stehen durfte. Die Ostkurve hat schon zu meiner Zeit ordentlich Alarm gemacht, natürlich sind die Protagonisten auf dem Platz aber nun andere. Ein Teil des Teams zu sein und nicht auf der anderen Seite zu stehen, fühlt sich für den Moment schon ziemlich gut an.
WERDER.DE: In der Zukunft wirst du hier mit dem SV Werder als Cheftrainer die Heimspiele bestreiten. Wie groß ist die Vorfreude auf deine neue Aufgabe?
Daniel Thioune: Riesig. Ich bin Niedersachse, gebürtiger Osnabrücker. Werder Bremen ist ein Aushängeschild der Region. Mein Vater war großer Bremen-Fan, die Zeit mit Otto Rehhagel war schon krass. Ich kann mich an die bösen Momente erinnern, mit dem Elfmeter von Michael Kutzop an den Pfosten. Natürlich aber auch an die wunderbaren Jahre, wo die Werder-Familie allen, die es mit dem Fußball halten, viel Freude bereitet hat.
WERDER.DE: Anfang Oktober ist für dich eine sehr emotionale Zeit bei Fortuna Düsseldorf zu Ende gegangen. Hast du die Zeit gut nutzen können, um deine Akkus wieder voll aufzuladen?
Daniel Thioune: Die Zeit bei Fortuna Düsseldorf war mit Höhen und Tiefen wie der verlorenen Relegation sehr intensiv. Wir haben es immer wieder geschafft, uns nach vorne auszurichten. Die Zeit nach der Fortuna habe ich für die Familie genutzt, Energie aufzutanken, durchzuatmen, aber auch nach vorne zu schauen und mich mit dem Fußball zu beschäftigen. Immer auch mit der Hoffnung, dass der richtige Moment mit der richtigen Überzeugung im neuen Jahr schnellstmöglich eintritt.
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WERDER.DE: In den vergangenen Tagen ging alles nun ziemlich schnell. Hast du dir schon einen Eindruck von der Mannschaft verschaffen können?
Daniel Thioune: Erst einmal freut man sich, wenn der Anruf kommt. Als Clemens Fritz mich angerufen hat, war ich zumindest so weit vorbereitet, dass die letzten Wochen im Ergebnis nicht so positiv waren. Im Nachgang beschäftigst du dich dann mehr mit der Mannschaft. Viele Spieler sind mir bekannt, einige wie Felix Agu besser, weil ich ihn ja schon trainieren durfte. Dann verschaffst du dir auch von den anderen Spielern ein Bild, um den Verantwortlichen zu zeigen, wohin der Weg gehen kann und wie es zurück in die Erfolgsspur geht.
WERDER.DE: Neben Felix Agu kennst du auch Christian Groß und andere aus dem Staff aus deiner Zeit in Osnabrück. Macht es das für dich leichter?
Daniel Thioune: Zumindest für den Einstieg, um zu wissen, wie der SV Werder Bremen tickt. Christian Groß war mein Kapitän in Osnabrück und ist dann zur U23 nach Bremen gewechselt, wo er dann noch eine Bundesliga-Karriere gemacht hat – er wird ein wichtiger Ansprechpartner sein. Aber auch Athletiktrainer Henrik Frach oder Claas Bente (Anm. d. Red.: Physiotherapeut) können es mir leichter machen. Das sind tolle Menschen, die mir auf meinem bisherigen Weg begegnet sind.
WERDER.DE: Für welchen Fußball steht Daniel Thioune?
Daniel Thioune: Ergebnisorientiert wäre mir zu banal. Ich möchte sehr schnell nach vorne spielen – Tiefe vor Breite – und möglichst schnell Linien überwinden. Daraus sollen Torchancen resultieren. Wenn man gelernter Stürmer war, schießt du lieber ein Tor mehr, als der Gegner dir hinten verpasst. Alles muss sehr ausgewogen und mit einer hohen Intensität verbunden sein. Wir müssen zusehen, dass Energie freigesetzt wird und zu sehen ist, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht, die sich zerreißt.
WERDER.DE: Die Vorbereitung auf die nächste Aufgabe ist nun sehr kurz. Am Samstag steht das Auswärtsspiel beim Sport-Club Freiburg an. Wie viel von deiner Spielidee kann dort schon zu erkennen sein?
Daniel Thioune: Vorranging geht es nicht um die Idee, sondern wie schaffen wir es, in eine Umsetzung zu kommen und eine Überzeugung auf den Platz zu bekommen. Die letzten Wochen waren im Ergebnis nicht positiv, von den Leistungen aber in den meisten Fällen auf Augenhöhe. Es geht darum aufzuzeigen, wie wir deutlich erfolgreicher sein können – auch wenn es nur Nuancen sind. Ich werde in drei Tagen nicht korrigieren können, was in den drei Monaten nicht optimal lief. Horst Steffen hat eine tolle Mannschaft und ein tolles Team hinterlassen, von dem die beiden Co-Trainer in den nächsten Tagen die Verantwortung tragen müssen. Es geht nicht darum, das elfte Spiel in Folge nicht sieglos zu bleiben, sondern das erste von den letzten 14 zu gewinnen. Da werde ich die Jungs in den nächsten Tagen begleiten und ab der kommenden Woche dann noch ein stückweit enger.
WERDER.DE: Viel Erfolg dabei!
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